1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Grenzen fallen wie die Schlagbäume

Grenzen fallen wie die Schlagbäume

Doppelerfolg für Celtic Diekirch beim silbernen Deulux-Lauf-Jubiläum: Vera Hoffmann und Yonas Kinde haben im Hauptlauf über zehn Kilometer gewonnen. Jede Menge guter Zeiten beweisen: Die neue Strecke ist ähnlich schnell wie der wegen einer Brückensperrung nicht nutzbare Originalparcours.

Langsur. Yonas Kinde und Samuel Fitwi Sibhatu haben schon viele Grenzen überwunden. So einfach, schnell, unproblematisch und angstfrei wie beim Langsurer Deulux-Lauf ist das den beiden Flüchtlingen aus Äthiopien und Eritrea aber wohl noch nie gelungen. Kinde wiederholte in 30:43 Minuten knapp vor dem Belgier Amaury Gouverneur (30:50) seinen Vorjahressieg bei der deutsch-luxemburgischen Laufveranstaltung. Der für die LG Vulkaneifel startende Sibhatu durchbrach bei seinem zweiten Zehn-Kilometer-Rennen als Drittplatzierter in 31:32 Minuten die 32-Minuten-Schallmauer.
Sie hoffe, dass man sich über Ausweiskontrollen, wie sie beim ersten Deulux-Lauf im Gespräch waren, nie wieder Gedanken machen müsse, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Damals - 1992 - war das Schengen-Abkommen noch nicht in Kraft.
Dreyer schickte bei der 25. Auflage die mehr als 1800 gemeldeten Zehn-Kilometer-Läufer zusammen mit ihrem Ehemann, dem ehemaligen Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen, und Luxemburgs Sportminister Romain Schneider auf die Strecke. Traditionell übernehmen beim Deulux-Lauf immer ein Deutscher und ein Luxemburger die Schirmherrschaft.
Der Parcours führte wegen der maroden Fußgängerbrücke zwischen Metzdorf und Moersdorf erstmals nicht zu jeweils fünf Kilometern durch Deutschland und Luxemburg (der TV berichtete). Doch auch die Alternative über Wasserbillig kam an. "Ich persönlich fand es so viel, viel besser. Es ist abwechslungsreicher", sagte Vera Hoffmann. Die 20 Jahre alte Mittelstrecklerin, die wie Kinde für den luxemburgischen Club Celtic Diekirch startet, siegte in 36:06 Minuten vor der bis 200 Meter vor dem Ziel führenden Nora Schmitz. "Drei Kilometer vor dem Ziel habe ich sie vor mir gesehen und kurz hinter der alten Langsurer Zollbrücke überholt", berichtete die luxemburgische 1500-Meter-Rekordlerin (4:19,37 Minuten).
"Im ersten Moment war das schlimm. Ich war stehend k.o. Aber als ich im Ziel meine Zeit sah, war alles gut", sagte die nach der Siegerehrung wieder wie gewohnt strahlende Schmitz. Die Läuferin vom Postsportverein Trier (PST) brauchte 36:13 Minuten. Schneller war sie nur beim Gewinn der westdeutschen Meisterschaft im Frühjahr gewesen (36:07). Drittschnellste Frau war in 37:31 Minuten die dreimalige luxemburgische Marathonmeisterin Karin Schank.
Einbruch bei den Jugendlichen


Außer Schmitz schaffte es mit PST-Neuzugang Lotta Schlund als Sechsplatzierte in 38:56 Minuten noch eine weitere Läuferin aus der Region Trier unter die besten Zehn. Das gelang bei den Männern als Neuntem in 32:26 Minuten Alexander Bock (ebenfalls PST). "Das ist genau so schnell wie im vergangenen Jahr", freute sich der 24-Jährige. PST-Trainer Volkhart Rosch analysierte viele gute Resultate: 43 Männer blieben unter 36 Minuten, der Asselauf-Qualifikationszeit beim Trie rer Silvesterlauf. Zehn Frauen blieben unter 40 Minuten. 2015 wurden diese Grenzen nur von 40 Männern und sieben Frauen durchbrochen.
1775 Läufer kamen beim Deulux-Lauf-Jubiläum ins Ziel. Das waren 413 weniger als im Rekordjahr 2015. Der Rückgang beruht zu einem großen Teil auf einem Einbruch in den Rahmenwettbewerben der unter 16-Jährigen. Über 1500 Meter halbierte sich das Teilnehmerfeld.