Großaufgebot von Großmeistern

Großaufgebot von Großmeistern

Vor 25 Jahren bekam der Trierer Joachim Laupp den Auftag aus Japan, das traditionelle Shorinryu-Karate in Deutschland zu lehren. Aus Anlass des Jubiläums kam nun die Creme de la Creme der Großmeister in Laupps Schule nach Düsseldorf.

Seit 25 Jahren lehrt der Trierer Joachim Laupp in Deutschland das traditionelle Shorinryu-Karate. Das wurde in Düsseldorf gefeiert – mit Übungen und Festveranstaltungen. Im Bild oben zerschlägt Laupp (links) einen Baseballschläger auf dem Schienbein von Meister Itokazu Masahiro (8. Dan). Im Bild unten nimmt er von Miyagi Takeshi (10. Dan, links) den großen Karate-Award entgegen. Fotos: privat (2). Foto: (g_sport

Düsseldorf/Trier. Die Anspannung beim Trierer Joachim Laupp war enorm. Sie kamen aus Brasilien, Deutschland - und natürlich Japan. 20 Großmeister des Shorinryu-Karate, des traditionellen Karate auf Okinawa. An der Spitze der Delegation: Miyagi Takeshi, Träger des 10. Dan, dem höchsten Rang. Der 81-Jährige ist Präsident der Okinawa Shorinryu Karatedo-Vereinigung.
"Es ist einmalig, dass so viele Großmeister in Europa zusammengekommen sind", sagt Laupp. Das Ziel der prominenten Reisegruppe war Düsseldorf. Dort steht Laupp, der auch eine Schule in der Trierer Saarstraße betreibt, dem europäischen Zentrum für das Shorinryu Shidokan Karate vor. 1991 hatte Laupp in Japan den Auftrag erhalten, Shorinryu in Deutschland zu verbreiten - schon das war eine kleine Sensation.
Nun wurde Geburtstag gefeiert. Eine Woche lang. Mit Übungen in der Sporthalle, Ausflügen und einem Festakt im Düsseldorfer Rathaus in Anwesenheit des Oberbürgermeisters und des japanischen Generalkonsuls. "Da waren viele emotionale Momente dabei", berichtet der 59-jährige Laupp, seit vergangenem Jahr einer von wenigen Europäern, die Träger des 9. Dan sind.
"Ich habe noch nie so viele Geschenke bekommen", war Laupp beeindruckt. Unter anderem bekam er von der Shorinryu-Vereinigung eine Ehrenurkunde überreicht.
Laupp, früherer deutscher Meister und Europameister im Sportkarate, betrachtet Karate nun schon seit langer Zeit als Lebensstil. "Es ist für mich eine Kampfkunst. Ich bin davon überzeugt, dass es Menschen positiv verändern kann." Deshalb kämpft er darum, dass die Ausbildung zum Shorinryu-Karatelehrer als Beruf anerkannt wird.
Während der Jubiläumswoche haben Laupp die Attitüden des traditionellen Karate nach eigenem Bekunden geholfen, auch in stressigen Momenten die Ruhe zu bewahren: "Die Disziplin, die man bei uns lernt, hat bei mir die nötige Coolness bewirkt."

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