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Hände abklatschen, anfeuern lassen und jubeln im Konfettiregen

Hände abklatschen, anfeuern lassen und jubeln im Konfettiregen

Zwar stand Yvonne Jungblut schon zweimal auf dem Halbmarathon-Podest, der dritte Platz am Samstagabend war für die 39-Jährige vom LT Schweich nach langer Verletzung aber ein besonders wichtiger.


Luxemburg. Die Sonne setzte sich beim ING Night Marathon Luxembourg am Ende gegen die Wolken durch. Und beim Vergleich der besten Starterinnen aus der Region Trier im Großherzogtum hatte Yvonne Jungblut, die auf trockenes Wetter gehofft hatte, die Nase klar vor Pia von Keutz. Diese hätte auch nichts gegen etwas Regen während des Rennens gehabt. Im Trockenen lief die 23 Jahre alte Triererin als Sechsplatzierte trotz persönlicher Bestzeit von 1:27:56 Stunden exakt zwei Minuten nach Jungblut in die Luxemburger Messehallen.
Jungblut atmete nach dem Regenschauer aber nicht nur auf, weil sie nicht gerne über nassen Asphalt läuft. "Bei Regen wäre wohl auch in der Stadt weniger los gewesen", glaubt die 39-Jährige. Doch so wurde die Luxemburger Innenstadt für die Läufer am Samstagabend wieder zum Hexenkessel. "Auf dem ersten und letzten Stück ist nicht so viel los, aber in der Innenstadt ist es gigantisch. Ich habe keine Ahnung, wie die das machen, aber Luxemburg ist beim Marathon im Ausnahmezustand. Darin sind die Luxemburger Meister", sagt Jungblut. Obwohl sie um einen Podestplatz lief, sog sie die Atmosphäre in sich auf: "Bei den Passagen, auf denen es extrem voll ist, muss ich immer aufpassen, dass ich nicht zu schnell werde." Sie lässt es sich aber auch nicht nehmen, Hände abzuklatschen. "Wenn sich einem zehn Kinderhände entgegen strecken, da muss man einfach abklatschen."
Zum dritten Mal in Folge war Jungblut unter den schnellsten drei Halbmarathonläuferinnen. Diesmal zusammen mit Lisa Hahner und der dreimaligen Gewinnerin Louiza Belhadad aus Frankreich. Dass sich die Erfüllung ihres Traums, einmal in Luxemburg zu gewinnen, aufschieben würde, wusste sie schon vor dem Start. "Ich musste ein bisschen aufpassen, dass ich die Motivation nicht verliere", gesteht Jungblut.
Luxemburg als großes Ziel


Aber das Ziel behält die Bankkauffrau im Auge. Die 21,1 Kilometer durch Luxemburg waren für sie auch immer der Fixpunkt während ihrer langwierigen Achillessehnenverletzung, die zweimal wieder aufbrach. Seit Oktober 2014 plagten Jungblut immer wieder Schmerzen. Wochenlang hielt sie sich mit Aquajogging, Spinning und Rennradfahren fit. Geduld war gefragt, gerade wenn Lebensgefährte Dirk Engel zum Training des LT Schweich aufbrach, sie aber die Füße ruhig halten musste. Aber die ehemalige westdeutsche Halbmarathonmeisterin wusste: In Luxemburg noch einmal im Konfettiregen auf dem Siegerpodest stehen, das will sie. "Wäre ich Vierte geworden, hätte ich mich geärgert", erzählt Jungblut.