Herabschauende Hunde und andere Übungen

Madonna macht es, Jennifer Aniston, Lady Gaga und sogar James-Bond-Darsteller Daniel Craig. Sie alle stählen ihren Körper und suchen Ruhe und Ausgeglichenheit beim Yoga. Was hat es auf sich mit der fernöstlichen Sportart, die für Körper und Seele gut sein soll? Ein Selbsttest.

Der Kursraum beim Wittlicher Fitnessstudio Wellcome ist gut beheizt. Und das liegt nicht nur an der Kälte draußen vor der Tür sondern auch an dem Unterricht, der jetzt hier beginnt. Denn Yoga ist nicht so schweißtreibend wie andere Kurse, die sonst in diesem Raum gegeben werden.
Die Teilnehmerinnen, zumindest an diesem Morgen nur Frauen unterschiedlicher Altersstufen, holen die Yogamatten aus dem Geräteraum. Diese sind deutlich dünner als die Matten, die für andere Kurse benötigt werden.
Kursleitern Luise Spinde erklärt: "Die Yoga-Matten sind rutschfester".
Vorne bei Kursleiterin Luise brennt eine Kerze, die Atmosphäre ist ruhig und entspannt. Aus den Lautsprechern klingt Entspannungsmusik. Auch das ganz anders als die lauten Beats, die bei anderen Kursen die Teilnehmer zu Höchstleistungen treiben sollen.
Wir haben die Schuhe ausgezogen und setzen uns auf die Matte. Im Schneidersitz oder, falls es möglich ist, auf die Unterschenkel und Füße. So wie kleine Kinder das beim Spielen oft tun. Letztere Sitzhaltung ist zumindest für mich unmöglich. Schneidersitz geht, wirklich bequem empfinde ich die Haltung aber zunächst nicht.
Durch die Nase atmen


Aber jetzt konzentriere ich mich erst einmal ganz auf die Atemübungen. Die Hände liegen entspannt auf den Knien. Wir atmen tief ein durch die Nase und auch wieder durch die Nase aus. "Erst einmal runterkommen", beschreibt die Kursleiterin später beim Gespräch diese Phase. Dazu dient auch der Sonnengruß. Wir nehmen beim Einatmen die Hände über den Kopf und lassen sie beim Ausatmen wieder nach unten sinken.
Immer wieder wird die Übung wiederholt, alle arbeiten konzentriert mit. Weitere Übungen sind der herabschauende Hund und die Kobra. Beim "Herabschauenden Hund" haben wir die Hände vorne auf der Matte aufgestützt, die Beine sind gestreckt, das Gesäß ist der oberste Punkt. Eigentlich einfach und doch irgendwie anstrengend. Vor allem, wenn wir das Gewicht nach vorne verlagern, den Körper gestreckt halten und nur mit Händen und Füßen abstützen.
Bei der Kobra liegen wir auf dem Bauch und heben Kopf und Rücken.
Es gibt einige Übungen, bei denen Muskeln und Sehnen gedehnt werden.
Zum Schluss der Stunde liegen wir auf dem Rücken für eine kurze Schlussmeditation. Der Körper fühlt sich gut durchblutet und auch etwas durchtrainiert an. Wie anstrengend etwas ist, das merkt man häufig erst am nächsten Tag, wenn sich der Muskelkater meldet. So ist es auch dieses Mal. Leicht verkatert sind die Partien an Schulter und Rücken, genau die, bei denen es oft zwackt, wenn ich zu lange am Schreibtisch sitze.
Geeignet ist Yoga für alle Altersklassen erklärt Luise Spinde. Im Wittlicher Wellcome wird "Poweryoga" unterrichtet. Das sei mehr fitnessorientiert. Die meditativen Anteile zu Beginn und am Schluss werden bewusst kürzer gehalten. Wichtige Bestandteile sind aber auch hier die Atemkontrolle und die Konzentration.
Trainiert werden laut der Kursleiterin Luise Spinde bei Yoga Beweglichkeit, Koordination und Kraft.
Nora John

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