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"Ich musste Abstand gewinnen"

Der Monzelfelder Jens Roth plant nach seinem schweren Radunfall im Mai am Sonntag beim Adventslauf in Zell wieder seinen ersten Laufwettkampf und will wieder als Triathlet jubeln. TV-Foto: Holger Teusch
Der Monzelfelder Jens Roth plant nach seinem schweren Radunfall im Mai am Sonntag beim Adventslauf in Zell wieder seinen ersten Laufwettkampf und will wieder als Triathlet jubeln. TV-Foto: Holger Teusch
Monzelfeld. Kaum Bewegung im Korsett statt Europameisterschaft, 2014 war für Triathlet Jens Roth ein trostloses Jahr. Nach seinem schweren Radunfall wieder genesen, plant der 26-Jährige aus Monzelfeld am Sonntag beim Adventslauf in Zell wieder seinen ersten Laufwettkampf.

Monzelfeld. Jens Roth hat sich verändert. "Mental bin ich anders eingestellt. Wenn jetzt etwas Kleines zwickt, ist das nicht so schlimm. Ich weiß, dass es wesentlich schlimmer kommen kann und es auch andere Dinge als den Sport gibt", sagt der 26-Jährige.
Bei seinem Bundesliga-Rennen Ende Mai in Buschhütten hatte sich Roth bei einem Massensturz einen Brustwirbel gebrochen. Von einer Sekunde auf die andere waren alle Saisonpläne Makulatur: der erste internationale Start mit Profilizenz bei der EM, der Start beim Mittelmosel-Triathlon (MMT) in Zell gegen Hawaii-Ironman-Gewinner Faris al Sultan. "Das Allerschlimmste war, als mir der Arzt abends im Krankenhaus sagte, dass ich drei Monate nichts machen kann", erzählt Roth. Zwölf Wochen musste der Monzelfelder ein Stützkorsett tragen, damit der Knochen wieder zusammenwächst. Für den ehemaligen Leistungsschwimmer und Altersklassen-Weltmeister im Crosstriathlon brach eine Welt zusammen.
Zunächst versuchte Roth mit Humor mit der Situation umzugehen. "Aber während der drei Monate wurde es immer schwieriger. Ich musste immer mehr Abstand vom Sport gewinnen", erzählt er. Nicht nur die Verletzung, auch die Triathlon-Saison zu verfolgen war schmerzhaft. "Ich habe mich in dieser Zeit viel an meine Familie gehangen und mich sonst zurückgezogen", sagt Roth. Auch der Bernkastel-Kueser Physiotherapeut Christoph Klein habe ihm geholfen. Er zeigte Roth, wie er trotz Korsett trainieren kann. "Sonst wäre ich wahnsinnig geworden!"
Aber schwimmen konnte der ehemalige Jahrgangs-DM-Dritte über 1500 Meter Freistil mit dem Stützgerüst nicht. Der Wiedereinstieg: frustrierend. "Der Rücken hing durch, weil die Muskulatur durch das Korsett geschwächt war", erzählt Roth. Unter der Anleitung von Trainer Mathias Koch und mit der 13-Jährigen deutschen Meisterin Celine Rieder aus Wittlich schwimmt Roth mittlerweile beim SSV Trier. "Es klappt wieder sehr gut", freut er sich. Bei einem Wettkampf in Luxemburg schwamm Roth die 1500 Meter bereits wieder in 17:28,62 Minuten.
Eine Minute schneller möchte er werden, um bei der Auftaktdisziplin der Triathlon-Kurzdistanz ganz vorne dabei zu sein. 2015 plant Roth aber mit Trainer Marc Pschebizin vor allem sein Ironman 70.3-Debüt (1800 Meter Schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren, 21,1 Kilometer Laufen). Als Triathlet startet Roth dann für Tri Post Trier.
Seine Laufform will er am Sonntag nach mehr als einem halben Jahr wieder in einem Wettkampf testen: über fünf Kilometer in der Stadt, in der er seine ersten Triathlon-Erfolge feierte. Zell. "Ich will mir keinen Druck machen. Ich hoffe, dass ich Richtung 16:30 Minuten laufen kann", sagt er. Und den Citylaufrunden bleibt Roth treu. Der Trierer Silvesterlauf ist ebenfalls eingeplant. teu