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Jan Fitschen bleibt Laufsport treu

Der Trierer Christian Lauer (oben), Zwölfter in 2:55:20 Stunden, freute sich als bester Deutscher auf der Marathonstrecke. Ums Händeabklatschen kam kaum ein Läufer herum. Rund 100 000 Zuschauer feuerten die Atlethen an, von denen sich einige, wie der Franzose Arnaud Raco (links), verkleidet auf die Strecke begaben. TV-Fotos (6): Holger Teusch
Der Trierer Christian Lauer (oben), Zwölfter in 2:55:20 Stunden, freute sich als bester Deutscher auf der Marathonstrecke. Ums Händeabklatschen kam kaum ein Läufer herum. Rund 100 000 Zuschauer feuerten die Atlethen an, von denen sich einige, wie der Franzose Arnaud Raco (links), verkleidet auf die Strecke begaben. TV-Fotos (6): Holger Teusch FOTO: Holger Teusch (teu) ("TV-Upload Teusch"
Luxemburg. Er war Europameister über 10 000 Meter, doch folgten Verletzungen: Beim Luxemburg-Marathon trat Jan Fitschen mit einer Staffel noch einmal an und sprach mit dem TV über seine Zukunft im Laufsport.

Luxemburg. Vor neun Jahren ist Jan Fitschen in Göteborg Europameister über 10 000 Meter geworden. Nach vielen Verletzungen und einer Fersenoperation vor fast zwei Jahren ist der 38-Jährige bisher nicht wieder in die Gänge gekommen. Doch als Laufexperte für verschiedene Zeitschriften ist Fitschen immer nah dran geblieben an der Läuferszene - und hat jetzt ein Buch geschrieben. In Luxemburg lief er zusammen mit der deutschen Marathonrekordlerin Irina Mikitenko, Olympiasiegerin Rosa Mota und Hobbyläuferin Jeanette Jackson Staffel. Im Interview mit Holger Teusch spricht Fitschen von seiner Verletzung, seinen Zukunftsplänen und der Entwicklung der deutschen Laufszene.Herr Fitschen, was macht die Ferse? Können sie wieder schmerzfrei laufen?Jan Fitschen: Ich kann noch nicht so viel laufen, wie ich es möchte und für ein Comeback müsste. Deshalb lasse ich mich im Juni noch einmal operieren. Ursprünglich war Plan, das ich drei Monate nach der OP wieder trainieren kann. Aber wenn ich mich nicht hätte operieren lassen, wäre mit dem Leistungssport sowieso Schluss gewesen.Trotz der Probleme mit ihrer Verletzung, wie war das Erlebnis Luxemburg-Marathon?Solche Sachen machen mir ja eigentlich immer total Spaß. Ich bin natürlich etwas zu schnell angegangen und war froh, dass ich als Startläufer den flachesten Abschnitt hatte, wie Irina mir gesagt hat. Aber wirklich flach war der auch nicht. Aber es hat richtig viel Spaß gemacht.War der Start in Luxemburg ein Teil der Abschiedstour?Ich weiß es im Moment noch nicht. Es ist aber nicht sehr realistisch, dass ich noch einmal richtig angreife. Ausschließen möchte ich es jedoch nicht. Nur, so richtig glauben kann ich es nicht. Denn dafür bin ich schon zu lange raus.Sie haben Physik und Wirtschaftswissenschaften studiert. Wird Jan Fitschen zum Manager, wenn er die Rennschuhe an den Nagel hängt?Das könnte ich schon machen. Aber alles rund ums Laufen ist so spannend und macht mir so viel Spaß, dass ich nicht weiß, ob ich mich jemals davon trennen kann. Mal sehen wie mein Buch (Anmerkung: erscheint im September) ankommt. Bei Testlesungen habe ich ein gutes Feedback bekommen. Es wird kein klassischer Laufratgeber. Es sind in erster Linie lustige Geschichte über Kenia und kenianische Läufer. Aber auch, was man sich als Freizeitläufer von Kenianern abgucken kann. Nicht wissenschaftlich, sondern auf humorige Art und Weise.2012 waren sie mit 2:13:10 Stunden bester deutscher Marathonläufer? Nur 25 Deutsche waren jemals schneller. Einer davon Arne Gabius bei seinem Debüt in 2:09:32 Stunden im vergangenen Herbst. Wie haben sie das erlebt?Das hat mich sehr überrascht. Schon 2011 und 2012 hat er über 5000 Meter einen unglaublichen Leistungssprung gemacht. Es ist schade, dass es bei uns so wenige sind, die sich quälen wollen. Aber die, die dabei sind, vor denen ziehe ich meinen Hut. Viele trainieren neben ihrem Job oder Studium. Aber es sind zu wenige. Deshalb ist die Spitze bei uns so dünn.Finanziell lohnt sich die Lauferei auch nur für die allerwenigsten ...Der Versuch mit dem Hochleistungssport ist es auf jeden Fall wert, die berufliche Karriere etwas zu verschieben. Die Erlebnisse, die Erfolge, die Menschen, die man kennenlernt, das ist genial. Wenn man einigermaßen Talent hat, sollte man die Chance nutzen und herausfinden: Was geht? Was kann ich erreichen? teu

Jan Fitschen lief in einer Prominentenstaffel in Luxemburg zusammen mit Marathon-Olympiasiegerin Rosa Mota aus Portugal, der deutschen Rekordhalterin über 42,195 Kilometer, Irina Mikitenko, und der US-Amerikanerin Jeanette Jackson (von links) eine Staffel. TV-Foto: Holger Teusch
Jan Fitschen lief in einer Prominentenstaffel in Luxemburg zusammen mit Marathon-Olympiasiegerin Rosa Mota aus Portugal, der deutschen Rekordhalterin über 42,195 Kilometer, Irina Mikitenko, und der US-Amerikanerin Jeanette Jackson (von links) eine Staffel. TV-Foto: Holger Teusch FOTO: Holger Teusch (teu) ("TV-Upload Teusch"
FOTO: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"
FOTO: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"
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