Jetzt soll WM-Gold her

In seiner - wie er sagt - Heimatstadt Trier zum fünften Mal zu gewinnen, war Teil zwei der Mission, die Moses Kipsiro noch erfüllen will. Jetzt fehle ihm noch Weltmeisterschaftsgold, und dann wolle er Marathon laufen.

Trier. Moses Kipsiro hat wieder eine dicke Winterjacke an, so wie damals 2004, als er zum ersten Mal den Bitburger-Lauf der Asse gewann. Aber aus dem schüchternen 19-Jährigen ist ein selbstbewusster Läuferstar geworden. Als die Band bei der Silvesterparty im Athletenhotel Mercure Porta Nigra fetzige Evergreens spielte, hatte Organisationsleiter Egbert Ries die Jacke plötzlich in der Hand - und Kipsiro zappelte wie die Vorjahressiegerin Corinna Harrer über die Tanzfläche.
Am Neujahrstag ging es in Sachen WM-Gold dann weiter: Im spanischen Bilbao will Kipsiro einen Crosslauf bestreiten. Dann geht\'s zurück nach Uganda, zu seiner Frau und den beiden zwei und fünf Jahre alten Töchtern - und zum Training unter der warmen afrikanischen Sonne.
Die Hände zum Himmel


"Ich war schon Vizeweltmeister und habe WM-Bronze gewonnen. Was mir noch fehlt, ist eine Goldmedaille", erzählt der 28-Jährige von seinen Plänen. Ausgerechnet bei den am besten besetzten Welttitelkämpfen, den Crosslaufmeisterschaften am 28. März im chinesischen Guiyang, will Kipsiro sein Meisterstück machen. "So Gott will", sagt er und hebt lachend die Hände zum Himmel.
Und wenn die Mission WM-Gold erfüllt ist? "Im Herbst möchte ich Marathon laufen", erzählt Kipsiro. Das könnte auch eine Option für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 sein.
Obwohl seine erste WM-Teilnahme schon zwölf Jahre zurückliegt, des Laufens müde ist Kipsiro noch nicht. Natürlich auch, weil die Siegprämien seiner Familie einen bescheidenen Wohlstand garantieren. Im Dorf Singare in der Provinz Bukwo, einer der ärmsten Ugandas, hat er die Farm der Eltern ausgebaut. "Ich möchte ein Ressort errichten", sagt Kipsiro. "Und ein Hospital."
Das darf man sich natürlich nicht wie in Europa vorstellen, aber man merkt, der junge Familienvater möchte, dass es seinen Kindern einmal besser geht als den meisten seiner ehemaligen Schulkameraden. Vielen von ihnen ginge es richtig schlecht, bedauert Kipsiro.