Karateka mit großen Zielen

"Karate ist cool, einfach faszinierend und etwas ganz Besonderes", sagt Philipp Nathem. Bereits seit neun Jahren hat sich der 14-jährige Trierer dem Karate verschrieben und seither auch schon einige Erfolge zu verbuchen. Der Jugendliche hat sich große Ziele gesetzt. Er sagt: "Cool wäre, am 21. Mai den Titel bei den Deutschen Meisterschaften zu holen."

Mit fünf Jahren hat er mit Karate, in der Teildisziplin Kata (siehe Extra) angefangen. "Das ging ganz automatisch", sagt der heute 14-Jährige. "Ich habe meinem Vater immer beim Training zugeschaut und mich dann irgendwann selber angemeldet." Gut so, denn mittlerweile hat der Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums schon einiges an Erfolgen zu verbuchen. 17 Pokale und so viele Medaillen, dass er keine Lust zum Zählen hat, zieren bis jetzt den Schrank in seinem Jugendzimmer in Trier-Feyen. Persönlicher Favorit des selbstbewussten Karateka (Polizei-SV Trier) ist der Pokal vom Internationalen Krokoyama-Cup in Koblenz. Auch wenn er dort in 2008 "nur einen dritten Platz" erreicht hat - "Dieser Pokal ist für mich der wertvollste", sagt er. "Das war mein erstes großes internationales Turnier, da war der dritte Platz für mich schon etwas ganz Besonderes."

Ebenfalls mit einem dritten Platz hat alles angefangen. Den erlangte Philipp Nathem beim Bambini-Turnier 2003 in Bous (Saar). Einen weiteren "Dritten" im Einzelkampf sicherte sich der Sportler bei den "Open de Luxembourg 2009". Im gleichen Jahr erlangte er dann den ersten Platz bei den Rheinland-Pfalz-Einzelmeisterschaften. Ein Jahr zuvor ist er Deutscher Vizemeister im Team geworden. Nach der Einberufung in den Landeskader (2005) wurde Philipp Nathem Anfang dieses Jahres auch in den Bundeskader berufen.

Sein Erfolg kommt nicht von ungefähr. Drei bis fünf Mal die Woche trainiert der Achtklässler in der Sporthalle des Trierer Humboldt-Gymnasiums. Eine Trainingseinheit ausfallen zu lassen, kommt für den zielstrebigen jungen Mann nicht infrage. "Das mit der Schule klappt trotzdem", sagt er. "Nur wenn ich krank bin oder am nächsten Tag eine schwierige Arbeit schreiben muss, bleibe ich mal zu Hause." Neben dem Kampfsport spielt der Teenager gerne Basketball und ist absoluter TBB-Fan. Trotz der vielen Trainingseinheiten findet er "immer genug Zeit für seine Freunde oder um mal ins Kino zu gehen". Welchen Beruf er einmal lernen will, weiß er noch nicht so genau. "Irgendwas mit Sport wäre cool", sagt er. Philipp Nathem hat sich große Ziele gesetzt. Nach dem jüngsten Landesmeistertitel, den er in Traben-Trarbach erlangte (der TV berichtete), will er sich "den Titel bei den Deutschen Meisterschaften im Mai sichern."

EXTRA



Die deutsche Übersetzung des japanischen Ausdrucks "Karated", kurz auch nur Karate, bedeutet so viel wie "Weg der leeren Hand". Mit dem Zusatz d wird der philosophische Hintergrund und die Bedeutung des Sports als Lebensweg unterstrichen. Ein Karatetraining beginnt und endet jeweils mit einer kurzen Meditation, durch die auch der friedfertige Zweck der Übungen zum Ausdruck gebracht wird. "Kata" ist eine Teildisziplin des Karate und bedeutet "Form" oder "Schablone". Eine Kata symbolisiert einen Kampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner, der einem festgelegten Muster folgt. Im "Kumite" kämpfen die Karateka direkt gegeneinander.