Keine Chance für Kvitova: Niculescu triumphiert

Keine Chance für Kvitova: Niculescu triumphiert

Zweimal stand sie bereits in Luxemburg im Finale, diesmal hat es mit dem Sieg geklappt: Monica Niculescu hat am Samstag im Endspiel der BGL Open in Kockelscheuer die zweifache Wimbledonsiegerin Petra Kvitova bezwungen. Die Rumänin gewann gegen ihre Rivalin aus Tschechien, die im Turnier an Nummer eins gesetzt war, glatt in zwei Sätzen.

Kockelscheuer. Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Monica Niculescu (Foto: dpa). "Monica, Monica"-Rufe schallen durch die Halle. Einige Landsleute sind am Samstagnachmittag ins Sportcenter Kockelscheuer gekommen, um die Rumänin im Endspiel gegen die zweifache Wimbledonsiegerin Petra Kvitova zu unterstützen. Gerade hat Niculescu den Matchball verwandelt - und sich damit ihren ersten Sieg beim Damentennisturnier BGL BNP Paribas Luxembourg Open gesichert.
Dabei war die 29-Jährige aus Bukarest nicht unbedingt als Favoritin in die Partie gegangen. Ihre Gegnerin aus Tschechien, aktuelle Nummer elf der Weltrangliste, hat in diesem Jahr zwar nicht die ganz großen Erfolge vorzuweisen. Vor wenigen Wochen gelang ihr aber in Wuhan (China) der insgesamt 18. Turniersieg auf der WTA-Profitour. In Rio bei den Olympischen Spielen hat Kvitova zudem die Bronzemedaille gewonnen.
Niculescu begann das Finale hoch konzentriert, nahm der Tschechin gleich im ersten Spiel den Aufschlag ab und führte schnell mit 4:1. Kvitova unterliefen zu viele Fehler ohne Not. Die Linkshänderin kämpfte sich noch bis zum 3:4 heran, musste den ersten Durchgang dann aber mit 6:4 an Niculescu abgeben. Die Rumänien blieb weiter fokussiert, erlief fast jeden Ball und bereitete der Tschechin große Probleme mit unerreichbaren Stopbällen und ihrem flachen Vorhand-Slice. Im zweiten Satz hatte Kvitova, die 2011 schon einmal Nummer zwei der Welt war, der Rumänin kaum noch etwas entgegenzusetzen. Ihre druckvolle Vorhand landete zu oft im Aus. Mit 6:0 gingen der zweite Satz und damit der Sieg an Monica Niculescu.
"Das war das beste Match des Jahres für mich. Ich habe mich fantastisch gefühlt, alles hat funktioniert", sagte Niculescu nach dem Match. Sie sei sehr froh darüber, sich im starken Teilnehmerfeld in Luxemburg durchgesetzt zu haben. Auf dem Weg ins Endspiel hatte die 29-Jährige unter anderem die an Nummer drei gesetzte Niederländerin Kiki Bertens bezwungen. "Es waren viele gute Spielerinnen hier, eine harte Woche. Dass ich Petra im Finale geschlagen habe, ist unglaublich." Das Turnier, bei dem sie 2011 und 2012 schon im Endspiel gestanden hatte, aber beide Male unterlegen war, bezeichnete die Rumänin als "meine zweite Heimat. Ich liebe es, hier zu spielen, und komme definitiv nächstes Jahr wieder."
Lob für Niculescu kam auch von der unterlegenen Tschechin. "Sie hat unglaublich gespielt, jeden Ball zurückgebracht. Ich war auch ein wenig erschöpft", sagte Kvitova. Trotz der Niederlage habe sie in Luxemburg eine "großartige Woche" genossen. Ihre Eltern seien zum Finale angereist, und die spontane Unterstützung des tschechischen U17-Fußballnationalteams, das seine Landsfrau lautstark angefeuert hatte, sei "sehr schön" gewesen.
Für Niculescu war der Triumph vor den Augen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf der Ehrentribüne der insgesamt dritte Erfolg bei einem WTA-Profiturnier. Dafür gab es rund 34 000 Euro Preisgeld. Die Chance, im Doppel gleich noch einen zweiten Sieg in Luxemburg hinterherzuschieben, verpasste die Rumänin allerdings (siehe Extra).Extra

Den zweifachen Triumph in Luxemburg hat Monica Niculescu verpasst. Am Samstagabend verlor die Rumänin das Doppelfinale der BGL Open mit ihrer Partnerin Patricia Maria Tig (ebenfalls Rumänien) gegen Johanna Larsson und Kiki Bertens. (4:6, 7:5 und 10:8). cweb