Keine Macht den Investoren

Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann hat die deutschen Bundesliga-Clubs vor einer vorschnellen Öffnung für einflussreiche Investoren gewarnt. "Ich sage allen, die einer Lockerung der 50+1-Regel das Wort reden: Guckt euch die Investorenmodelle im europäischen Fußball ganz genau an.

Wenn wie bei einigen Vereinen in Italien und England die Finanzierungskosten für den Kauf des Clubs diesem aufgebürdet werden und das laufende Geschäft belasten, dann begrenzt das auf Sicht das sportliche Wachstum und schafft überdies große Abhängigkeiten", sagte der Jurist der Frankfurter Rundschau.
Ohne Namen zu nennen, kritisierte Hellmann indirekt auch das Modell des Bundesliga-Rivalen Hamburger SV, der sich in eine große Abhängigkeit von seinem Geldgeber Klaus-Michael Kühne begeben hat. "Ich warne vor Modellen, die einen Club in den Abgrund reißen können, etwa wenn Einzelpersonen als Investoren Einfluss auf das operative Geschäft nehmen. Beispiele gibt es hier ja auch in der Bundesliga", sagte der 45-Jährige. Es sei "sehr schwer, die Fluttore wieder zu schließen, die einmal geöffnet wurden. Das Wegwischen von 50+1 bedeutet am Ende nicht zwangsläufig, dass es dem Fußball oder der Eintracht dann besser gehen würde. Das ist ein Trugschluss."
Die 50+1 Regel ist eine Vorschrift in den Statuten der Fußball-Bundesliga. Demnach ist es Investoren nicht erlaubt, die Stimmenmehrheit in Kapitalgesellschaften zu erlangen, in die die Vereine ihre Profimannschaften ausgegliedert haben. Der ehemalige Nationalspieler Thomas Strunz hatte sich erst vor wenigen Tagen in einem Interview für die Abschaffung dieser Regel ausgesprochen. dpa/red