Kommentar zum Spiel Deutschland-Frankreich 2:2

Fußball-Nationalmannschaft : In der Flaute liegt auch eine Chance

Deutschland gegen Frankreich. Die Neuauflage des EM-Halbfinals 2016. Ein Duell zweier großer Fußball-Nationen.

Ein Leckerbissen - sollte man meinen. Dafür war die Zahl erschreckend. Lediglich 36 948 Zuschauer kamen ins Kölner Rhein-Energie-Stadion. Mehrere Tausend Plätze blieben leer - und die, die da waren, ließen sich nur selten aus der Reserve locken. Bedenklich, wenn die größten Gefühlswallungen durch gebastelte Papierflieger, die auf dem Rasen landeten, und einen erst spät gestoppten Flitzer in der Nachspielzeit ausgelöst wurden.
Die Flaute bei mehreren deutschen Länderspielen gibt's schon länger, die Gründe sind bekannt: die späten, familienunfreundlichen Anstoßzeiten, hohe Ticketpreise, die Gewissheit, dass es in manchen Partien schlicht um nichts geht - ein Umstand, der vor allem auch angesichts des Überangebots an Fußball eine Rolle spielt.
Kann die neue Nationenliga Abhilfe schaffen, die bisherige Freundschaftsspiele ersetzen wird? Wohl kaum. Zweimal binnen kurzer Zeit beispielsweise gegen die Niederlande zu spielen, dürfte eher ermüdend als attraktivitätssteigernd wirken.
Und doch liegt in dem neuen Konstrukt eine Chance. Vielleicht sollte der Deutsche Fußball-Bund darüber nachdenken, für Länderspiele mal andere, kleinere Stadien auszuwählen. Wie wär's denn mal (wieder) mit Freiburg, Dresden, Bielefeld, Rostock oder Magdeburg? Die Zuschauer in diesen Städten und Regionen würden es sicherlich dankbar annehmen, wenn sich die DFB-Auswahl auch bei ihnen blicken ließe.
m.blahak@volksfreund.de

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