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Krafttraining in der Freistunde

Jan Stölben
Jan Stölben FOTO: privat
Manderscheid/Winterberg. Skilangläufer Jan Stölben (16) aus Manderscheid lebt, lernt und trainiert im Sportinternat in Winterberg. Von Holger Teusch

Jan Stölben kommt gerade vom ersten Deutschlandpokalrennen der neuen Saison auf Schnee in Oberwiesenthal zurück. Den elften Platz im Rennen über zehn Kilometer hat der 16-Jährige aus Manderscheid unter den besten deutschen Skilangläufern seiner Jahrgangsklasse belegt. Am Tag nach dem Wettkampfwochenende steht nur lockeres Training auf dem Programm: Der Siebte bei den jüngsten deutschen Meisterschaften war eine Stunde Ski fahren. Aber auch wenn er mehr trainieren muss, macht es Stölben nichts aus, teilweise erst um 21 Uhr in sein Zimmer am Wintersport-Internat in Winterberg im Hochsauerland (Nordrhein-Westfalen) zu sein und dann noch Hausaufgaben machen zu müssen. „Wenn man das macht, ist das Training etwas, was - zumindest meist - Spaß macht. Das ist für mich eben eine Freizeitbeschäftigung. Danach habe ich den Kopf auch frei für Schule“, sagt Stölben.

Seit Beginn des Schuljahrs ist er an der Eliteschule des Sports in Winterberg – und nicht mehr am Dauner Geschwister-Scholl-Gymnasium. „Ich will mich weiterentwickeln“, sagt Stölben. Und am Internat seien die Bedingungen schon ganz andere, um höhere Umfänge zu realisieren als zu Hause in der Eifel. „Wenn ich früher alleine zwei Stunden im Regen rollern musste, war das schon zäh“, sagt er. In Winterberg habe er nicht nur kurze Wege zu den Trainingsstätten, sondern auch Mitstreiter. Die Gefahr: Zu Beginn hätten ein Mitschüler und er sich derart gegenseitig gepusht, dass sie bei einem der Sommerwettkämpfe zu müde gewesen seien, um an ihre eigentliche Leistungsfähigkeit heranzukommen.

Auf rund 13 Stunden reine Trainingszeit (ohne Anfahrt, Umziehen und Duschen) kommt Stölben zurzeit pro Woche. Das bedeute häufig auch zweimal Training am Tag. „Wenn ich zum Beispiel eine Freistunde habe, kommt der Trainer und macht mit mir beispielsweise Krafttraining“, erklärt der Skilangläufer, der für seinen Heimatverein SLV Ernstberg und den SK Wunderthausen antritt.

Die Kooperation zwischen Schule und Olympiastützpunkt vereinfache die Arbeit. Zu einem 16-tägigen Trainingslager in Norwegen seien zuletzt auch Lehrer mitgefahren, um die Nachwuchssportler zwischen den Einheiten zu unterrichten. Die Zeit zum Abitur wird für die Nachwuchssportler zudem um ein Jahr gestreckt, um Leistungssport und Ausbildung besser unter einen Hut zu bringen.