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Leichtathletik: Maike Hausberger stellt deutsche Hallenrekorde auf

Leichtathletik: Maike Hausberger stellt deutsche Hallenrekorde auf

Mit zwei nationalen Bestmarken hat sich Maike Hausberger als Leichtathletin zurückgemeldet. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Sportler mit Behinderung in Saarbrücken siegte die 21-Jährige vom Post-SV Trier. Über 800 Meter wurde sie im Weitsprung Vizemeisterin.

Saarbrücken. Sie hatte schon fast die Hoffnung verloren, aber jetzt scheint Maike Hausberger wieder da zu sein. Die Paralympics-Teilnehmerin von London hat nach ihrem Verletzungsmartyrium ihren ersten Weitsprungwettkampf seit fast zwei Jahren absolviert. Bei der Handicap-DM in Saarbrücken wurde die Lehramts-Studentin Vizemeisterin hinter der mehrfachen Paralympics-Medaillengewinnerin Claudia Nicoleitzik (Püttlingen).
"Meinem Fuß geht es bei dieser Art von Belastung gut, woran ich ehrlich gesagt noch vor einem halben Jahr nicht mehr richtig geglaubt habe", freut sich Hausberger. 3,96 Meter weit kam die aus Butzweiler stammende junge Frau, die in Saarbrücken studiert und für den Post-SV Trier (PST) startet. Das sei für Februar richtig gut und bedeutet deutschen Hallenrekord in der Behindertenklasse F37, in der die seit ihrer Geburt an spastischer Hemiparese leidende Hausberger startet. Sie kann ihre linke Körperhälfte nicht so koordinieren wie ihre rechte.
Dass die PST-Leichtathletin trotz des Rekordsprungs nicht deutsche Meisterin wurde, liegt am Punktesystem. Mit dem werden die Leistungen von Sportlern mit unterschiedlicher Behinderung verglichen, wenn sie in einem Wettkampf starten. Die stärker behinderte Nicoleitzik (Klasse T36) erhielt für ihre 3,94 Meter 159 Punkte mehr als Hausberger.
Nach ihrem Comeback als Weitspringerin ist für Hausberger, die in London in dieser Disziplin den neunten Platz belegte und über 400 Meter Fünfte wurde, eine weitere Paralympics-Teilnahme weit entfernt. Dafür müsste sie auch ihre deutschen Freiluftrekorde deutlich verbessern. Denn die stark angehobenen Normen orientieren sich an dem stark gestiegenen Niveau auf internationaler Ebene. Für die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr wurden beispielsweise 4,31 Meter gefordert. Hausbergers deutscher Rekord liegt bei 4,12 Meter.
Außer im Weitsprung erzielte Hausberger - diesmal als deutsche Meisterin - auch über 800 Meter mit 3:01,89 Minuten einen nationalen Hallenrekord. Für diese Leistung dürfte sich ausgezahlt haben, dass die PST-Athletin im vergangenen Jahr einige Triathlon-Wettkämpfe bestritt. Eine Paralympics-Teilnahme in dieser Sportart scheint aber ausgeschlossen, weil der Ausdauerdreikampf in Hausbergers Behindertenklasse nicht paralympisch ist. teu