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Leichtathletik: Maike Hausbergers großer Sprung nach Rio

Leichtathletik: Maike Hausbergers großer Sprung nach Rio

Vor vier Jahren war Maike Hausberger mit die Jüngste im deutschen Paralympics-Team. In Rio de Janeiro gehört die 21-Jährige diesmal zu den Erfahrenen in der deutschen Mannschaft. Mit neuer persönlicher Weitsprung-Bestleistung fliegt die aus Butzweiler stammende Leichtathletin am 31. August nach Südamerika.

Hachenburg/Trier. Besser hätte sich die deutsche Leichtathletikauswahl für die Paralympischen Spiele nicht verabschieden können: Der unterschenkelamputierte Heinrich Popow sprang in seinem Heimatort Hachenburg mit 6,77 Meter Weltrekord in der Startklasse T42. Außerdem fielen einige deutsche, europäische und, nach vier Jahren, auch Maike Hausbergers persönlicher Weitsprungrekord.
Nach 100 Metern in 15,89 Sekunden "zum Reinkommen", wie die 21-Jährige vom Post-SV Trier (PST) sagt, brauchte Hausberger aber drei Versuche bis zu ihrem ersten gültigen im Weitsprung. "Die Windverhältnisse waren so, dass ich zunächst übergetreten bin. Erst nachdem ich fast einen Meter zurück gegangen bin, traf ich das Brett", erklärt die von Geburt an mit einer linksseitigen Hemiparese (unvollständige halbseitige Lähmung) lebende Studentin. Und ihr erster gültiger Versuch saß: 4,12 Meter bedeuteten Einstellung der persönlichen Bestleistung. Im fünften Versuch legte Hausberger sogar noch 4,16 Meter nach.
"Ich freue mich riesig, nach vier Jahren wieder eine neue Bestleistung stehen zu haben", jubelt Hausberger. Nach dem fünften Platz über 400 Meter bei den Paralympischen Spielen in London kämpfte sie mit Verletzungen, musste operiert werden und versuchte sich im Triathlon. Die Rio-Qualifikation schaffte sie erst spät, kommt rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt aber in Topform.
Allerdings hat sich auch der Behindertensport noch mehr professionalisiert. Hausberger ist als deutsche Weitsprungrekordlerin der Startklasse T37 von Franziska Liebhardt (mit 4,73 Metern) überholt worden. Im Weitsprung steht Hausberger an siebter Stelle der Paralympics-Weltjahresbestenliste, von der die Russen ausgeschlossen wurden. "Ich weiß, dass ich fit bin und traue mir noch mehr zu als die 4,16 Meter", sagt Hausberger. teu