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"Lenni" lässt die Leinen los

"Lenni" lässt die Leinen los

Mit der Qualifikation für das am Dienstag an den Start gehende Hauptfeld hat gestern die 30. Auflage des Trierer Tennis-Grand-Prix begonnen. Mit dabei ist ein ambitionierter 14-jähriger Nachwuchsspieler des ausrichtenden Tennisclubs Trier.

Trier. "Eigentlich hätte ich heute lieber mal ausgeschlafen. Aber ich musste schon um zehn Uhr spielen", sagte Lennart Melzer, den alle nur "Lenni" nennen. Turniere am Wochenende, das ist für den 14-jährigen Luxemburger, der in der Nähe von Wincheringen lebt, nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Gestern war der Auftritt beim Turnier seines Vereins TC Trier schnell vorbei: Er verlor 0:6, 1:6 gegen den Franzosen Quentin Folliot.
Eine Woche vorher war es beim Turnier in Saarlouis noch ein bisschen besser gelaufen: In der ersten Runde siegte er gegen einen Spanier, ehe in der zweiten Runde das Aus gegen einen Franzosen kam. Bei jedem Spiel seien die Gegner alle sehr viel älter als er. "Sie haben natürlich auch keinen Bock, gegen einen 14-Jährigen zu verlieren", sagt Melzer. Schonung oder Nachsicht könne er da nicht erwarten. Und Tipps gebe es auch keine: "Da will sich keiner einen Konkurrenten züchten."
Technisch, sagt "Lenni", sei da kein großer Unterschied zu den älteren Jahrgängen. "Aber diese Spieler haben natürlich alle Tausende von Bällen mehr gespielt als ich und dementsprechend mehr Erfahrung."
Melzer arbeitet daran, Fortschritte zu machen. Tag für Tag. "Morgens von acht bis 12 Uhr gehe ich ins Gymnasium. Dann ist von 12 bis 14 Uhr Training. Anschließend nach dem Essen habe ich wieder Schule. Und abends noch Kraft- oder Zirkel-Training." So sieht der Alltag des Schülers von Montag bis Freitag im Kaiserslauterer Sportinternat aus.
Am Wochenende folgen dann Turniere, um Erfahrung zu sammeln.
"In Luxemburg bin ich die Nummer drei meines Jahrgangs und die Nummer 81 bei den Herren", sagt Melzer.
Seit 2011 spielt der Linkshänder für den TC Trier. Die bevorstehenden Sommerferien wird er nutzen, um viele Turniere zu spielen.
Wenn es richtig gut laufe, könne er sich auch noch für ein ITF Future-Jugendturnier qualifizieren, das in Vietnam gespielt werde. Wobei ihn weniger das exotische Ziel als die sportliche Herausforderung reizt. Denn wo die Punkte herkommen, steht schließlich in keiner Rangliste: aus Ho-Chi-Minh-City oder von der Zurmaiener Straße. jüb