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Mädels setzen am Frauentag die Akzente

Mädels setzen am Frauentag die Akzente

Bei der Sportlerwahl-Gala 2011 haben sich einige regionale Spitzenathleten ein Stelldichein gegeben. In sieben Kategorien wurden die Sieger und Platzierten (der TV berichtete) mit dem Konstantin-Preis ausgezeichnet.

Trier. Wer sich als Sportler international messen darf, ist meist richtig gut. So verwunderte es nicht, dass mehrere Nominierte bei der Sportlerwahl-Gala im Kurfürstlichen Palais in Trier nicht persönlich ihren Konstantin-Preis in Empfang nehmen konnten. USA, Portugal, Italien, Kroatien, England - in verschiedenen Ländern sind die Dolphins Trier, Schachspieler Georg Meier, Rollstuhl-Basketballerin Marina Mohnen, Fußballerin Josephine Henning, Ruderer Richard Schmidt oder Radfahrer André Benoit derzeit im Einsatz.
Olympia-Kandidat Schmidt vom RV Treviris Trier schaffte in der Kategorie "Sportler des Jahres" den Sieg-Hattrick (nach 2009 und 2010). Er vereinte 43,5 Prozent der Stimmen auf sich - ein Traum-Ergebnis. Derzeit weilt er im Trainingslager in Spanien, seine Mutter nahm den Preis stellvertretend entgegen.
Ebenfalls ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt hat die Bitburgerin Marina Mohnen. Mit den Köln 99ers spielt sie am Wochenende in Italien im Europapokal. Oft zu Hause ist die 33-Jährige nicht. "Ich muss ihr hinterher reisen, wenn ich sie sehen will", sagte ihre in Trier anwesende Schwester.
Am meisten überrascht unter allen Preisträgern schien Leonie Edringer. Die Basketballerin machte auf Anhieb in der Kategorie der Nachwuchssportlerinnen das Rennen. "Mit einem Sieg habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte sie sichtlich gerührt.
Nicht nur sie, auch andere Mädels setzten am Abend des Weltfrauentags deutliche Akzente. Bei den Mannschaften ließen die Zweitliga-Basketballerinnen der DJK/MJC Trier ihre fast ausnahmslos männlichen Konkurrenten hinter sich. Dieser Coup gelang auch dem Ruder-Duo Lena Klemm/Michelle Lauer (RV Treviris Trier) bei den Nachwuchsteams.
Während der Ehrung der Trainer des Jahres 2011 lagen sich der Erst- und Drittplatzierte kurzzeitig in den Armen. TBB-Trainer Henrik Rödl gratulierte MJC-Trainer Wolfgang Esser sehr herzlich zu Platz eins. "Es ist eine große Ehre, an seiner Seite zu stehen", sagte Rödl.
Trainerfuchs Esser, Coach der MJC-Basketballerinnen, gab den Gästen Einblicke in den Zeitvertreib während der teilweise langen Auswärtsfahrten: "Wir spielen im Bus ,Wer wird Millionär\'. Während ich die gemeinen Fragen beantworte, kennen meine Spielerinnen alle Soap-Schauspieler aus dem Effeff."
Nicht nur die Erstplatzierten, alle Nominierten bei der federführend von Ironman-Club Trier und vom TV organisierten Sportlerwahl durften sich als Sieger fühlen. Das verdeutlichte Ironman-Präsident Rainer Düro, der die Gala mit TV-Redakteur Björn Pazen moderierte: "Die Konkurrenz ist groß und schläft nicht. Deshalb ist alleine schon die Nominierung für die Endauswahl für jeden fantastisch."Extra

"Ich schaffe auch 70 Kilometer in der Woche - im Auto." (Tenor Thomas Kiessling in Anspielung auf eine Aussage der Athleten des PST-Mittelstreckenteams, pro Woche 60 bis 80 Laufkilometer zu absolvieren.) "Sich dreckig zu machen, macht auch Spaß." (Leichtathlet Florian Neuschwander über seine Erfahrungen als Sieger beim Strongmanrun am Nürburgring, dem teilnehmerstärksten Hindernislauf der Welt. Der PST-Athlet, Vierter bei den Sportlern, bestreitet gerne verrückte Rennen.) "Ein bisschen Ausdauertraining schadet auch einem Sprinter nicht." (Christopher Pieper, Nachwuchssportler des Jahres, zu seinem Befinden inmitten der vielen Langstreckenläufer beim PST Trier.) "Jeder von uns hat zwei Millionen Euro auf dem Konto." (Horst Mickisch vom KSV Riol schelmisch zur Frage nach den Verdienstmöglichkeiten als Bundesliga-Kegler.) blExtra

 Stimmgewaltig: Tenor Thomas Kiessling (links) bezog bei den musikalischen Gala-Einlagen das Publikum mit ein. Begleitet wurde er am Klavier von Klauspeter Bungert. TV-Foto: Friedemann Vetter
Stimmgewaltig: Tenor Thomas Kiessling (links) bezog bei den musikalischen Gala-Einlagen das Publikum mit ein. Begleitet wurde er am Klavier von Klauspeter Bungert. TV-Foto: Friedemann Vetter

Denkbar knapp: Lediglich ein Unterschied von zehn (!) Stimmen entschied darüber, wer bei den Nachwuchssportlerinnen Zweite und Dritte wurde. Karateka Sophia Graf (KSV Trier) entschied das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Schwimmerin Nicole Weber (SSV Trier) für sich. Pro Arbeitgeber: Yvonne Jungblut, Zweite bei den Sportlerinnen, wird ihren Titel als westdeutsche Halbmarathon-Meisterin in diesem Jahr nicht verteidigen. Grund: Zeitgleich finden die deutschen Sparkassen-Meisterschaften statt. Als Angestellte des Kreditinstituts fällt ihre Wahl auf die Titelkämpfe ihres Arbeitgebers. So geht\\'s auch gegen Barça: Bevor abends Bayer Leverkusen im Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel mit 1:7 gegen den FC Barcelona Prügel bezog, standen sich nachmittags die U-19-Teams beider Clubs in einem Testspiel gegenüber. Bayer erreichte ein achtbares 1:1. Bei den Rheinländern mit dabei war der Trierer Dominik Kohr, der bei den Nachwuchssportlern Platz drei belegte. Großer Schritt: Leichtathletin Maike Hausberger, Vierte bei den Nachwuchssportlerinnen, hat die Tür zu den Paralympics 2012 in London weit aufgestoßen. Im Weitsprung hat die Athletin des PST Trier, die mit einer halbseitigen Spastik zu kämpfen hat, ihren deutschen Hallen-Rekord auf 3,89 Meter verbessert. Bestätigt sie diese Weite auch draußen, winkt die Qualifikation. "Ich sehe ganz gute Chancen, dass es klappt. Damit würde ein Traum in Erfüllung gehen", sagte Hausberger bei der Gala. Klare Ansage: Handballerin Nathalie Adeberg von der DJK/MJC Trier gab den Gästen ein Versprechen: "Wir schaffen den Erstliga-Klassenerhalt!" Nach einer erneuten Knie-Operation legte sich die 19-jährige Juniorinnen-Nationalspielerin, Fünftplatzierte in der Kategorie der Nachwuchssportlerinnen, für die Gala ins Zeug: "Ich habe heute Morgen die Krücken einfach in die Ecke geschmissen und erstmals wieder hohe Schuhe angezogen." bl