Mannschaft mit Potenzial

Rudolf Castello trainiert seit Saisonbeginn die SSG Mariahof Trier und ist guter Dinge seine Elf am Ende der Saison im Spitzenfeld der Liga zu etablieren. Schwächen in der Defensive will die SSG spätestens in der Winterpause durch Neuverpflichtungen abstellen.

Trier-Mariahof. Nach vorne ist die SSG Mariahof Trier gut aufgestellt. Im Defensivbereich ist die Personaldecke allerdings sehr dünn. Ein Manko, dass die Verantwortlichen des Vereins längst erkannt haben und bereits in der Winterpause sei mit Verstärkung zu rechnen, so Abteilungsleiter Michael Wintrich.
Gute Voraussetzungen für Trainer Rudolf Castello, der zu Saisonbeginn die Mannschaft übernommen hat und der festen Überzeugung ist, dass man in der SSG etwas bewegen kann. "Ein Trainer, der eine Mannschaft mit Einzelspielern wieVincent Wick, Rene Jahn, Michael Prison oder Klaus Schneemilch trainiert, muss das Ziel haben, die Jungs eine Klasse höher zu etablieren", denkt Castello mittelfristig sogar an den Aufstieg.
Ballverluste minimieren


Den Anspruch, sein Team in der Spitzengruppe der Liga zu positionieren hat der Coach allemal. Doch er gesteht auch Schwächen ein, die er in den nächsten Wochen abstellen will. Vor allem in der Rückwärtsbewegung sieht er noch Verbesserungsbedarf. Unnötige Ballverluste gilt es zu minimieren, und auch die Raumaufteilung entspricht nicht ganz den Vorstellungen des 51-jährigen Familienvaters aus Trier, der sich für das klassische Libero-System entschieden hat.
"Wenn man immer wieder Spieler hat, die unter anderem aus beruflichen Gründen nicht immer trainieren können, dann ist es nicht möglich, die Automatismen, die für eine Viererkette nötig sind, richtig einzustudieren. Zudem ist es für einen Schiedsrichter in unseren Klassen, der ohne Assistenten auskommen muss, schlicht und ergreifend nicht möglich, enge Abseitssituationen, die eine Viererkette zwangsläufig mit sich bringt, richtig zu erkennen. Deshalb ist dieses Spielsystem nach meiner Erfahrung nicht praktikabel", begründet Castello seine Entscheidung.
In der Offensive agieren in der SSG in der Regel zwei Stürmer, unterstützt von einem Vierermittelfeld, zweifelsohne zurzeit das Sahnestückchen in der Mannschaft. Es gibt kaum Probleme, was die Chancenhäufigkeit angeht.
"Lediglich im Umschaltspiel hapert es zuweilen. Dafür stehen die Mannschaftsteile in diesen Situationen noch zu weit auseinander. Hier sehe ich bei der ganzen Mannschaft das größte Verbesserungspotenzial mit Blick auf die Rückrunde", gibt Castello schon mal einen Einblick in seine künftige Trainingsplanung. Dabei soll natürlich eines nicht fehlen: "Die Jungs müssen vor allem den Spaß an der Sache behalten."
Seine Bilanz der Hinrunde fällt insgesamt positiv aus. Wie jede Mannschaft hatte auch die SSG immer wieder mit den Widrigkeiten einer Amateurmannschaft zu kämpfen.
"Es ist nicht in jedem Spiel möglich, die verletzten und verhinderten Spieler zu kompensieren, und zudem gab es einige Partien, in denen wir uns nicht für den hohen Aufwand belohnen konnten." Wenn jetzt in der Rückrunde noch die eine oder andere Schwäche abgestellt werden kann, ist der langjährige Jugendtrainer der DJK St. Matthias Trier zuversichtlich, sein Punktekonto bis zum Ende seiner ersten Amtszeit noch deutlich aufzubessern.
Was die Unterstützung angeht, kann Rudolf Castello, der zuvor bereits als Fußballlehrer vierzehn Jahre im Jugend- und Seniorenbereich der DJK und drei Jahre in der SpVgg Trier tätig war, nicht klagen. "Hier habe ich in Michael Wintrich, Marc Reichert und Horst Freischmidt gute Unterstützung." Nach harten Zeiten sieht es auch im SSG-Nachwuchsbereich wieder erfolgversprechend aus. Aktuell befindet sich der Verein mit einer F- und E-Jugend sowie zwei D-Jugendmannschaften wieder auf einem guten Weg.