Mit Volldampf in Richtung London

Mit Volldampf in Richtung London

Mit zwei zweiten Plätzen beim Herbsttest des Deutschen Ruder-Verbands sind Jost und Matthias Schömann-Finck aus Zeltingen-Rachtig gut in die Olympia-Vorbereitung gestartet. Vor der Erfüllung des großen Traums stehen noch viele Trainingslager.

Saarbrücken/Zeltingen-Rachtig. Weihnachten und Silvester ist frei. "Um zu Hause bei Muttern wieder aufzutanken", sagt Jost Schömann-Finck scherzhaft. In der übrigen Zeit entflieht die deutsche Ruder-Nationalmannschaft dem deutschen Winter meist in den sonnigen Süden. Trainingslager reiht sich an Trainingslager. Heute geht es auch für die Brüder Jost und Matthias Schömann-Finck ins italienische Sabaudia südlich von Rom. "Man merkt ganz klar, dass die Olympischen Spiele vor der Tür stehen. Jetzt wird noch einmal richtig Gas gegeben", sagt Jost Schömann-Finck.
Bereits im Oktober begann für den 29-Jährigen und seinen drei Jahre älteren Bruder Matthias die Vorbereitung auf die Saison 2012. Am Olympia-Stützpunkt in Saarbrücken trainieren die beiden aus Zeltingen-Rachtig stammenden Ruderer unter Uwe Bender. Dieser will aus acht Kandidaten einen konkurrenzfähigen Leichtgewichts-Vierer für London bilden. Neben den beiden Moselanern gehören die Zwillinge Martin und Jochen Kühner aus Saarbrücken, Bastian Seibt und Lars Wichert (beide Hamburg), Christian Hochbruck (Karstadt) und Jonas Schützeberg (Berlin) zum Kader.
Bei der ersten Leistungsüberprüfung der neuen Saison am vergangenen Wochenende auf dem Dortmund-Ems-Kanal brachten sich die Schömann-Finck-Brüder in eine aussichtsreiche Position im Kampf um die vier Olympia-Startplätze. Im Leichtgewichts-Zweier mussten sie sich beim sogenannten Herbsttest des Deutschen Ruder-Verbands (DRV) über sechs Kilometer nur um drei Sekunden dem Duo Seibt/Wichert geschlagen geben. "Wir kamen im Grunde ganz gut zurecht und konnten im Großen und Ganzen unsere sehr gute Trainingsform auch im Wettkampf zeigen", sagt Matthias Schömann-Finck. Im Vierer mit Hochbruck/Schützeberg betrug der Rückstand auf die übrigen Olympia-Kandidaten nur fünf Sekunden.
"Wir wissen nun, dass wir auf einem guten Weg sind", sagt Jost Schömann-Finck und ergänzt: "Wenn gesundheitlich nichts passiert, dann sehe ich sehr gute Chancen auf Olympia für uns." Die Entscheidung, wer Deutschland in London im leichten Vierer vertritt, fällt endgültig vermutlich erst im kommenden Frühjahr - nach weiteren Trainingslagern und Tausenden Kilometern im Ruderboot.teu