"Mund abwischen, weiter geht’s!"

"Mund abwischen, weiter geht’s!"

Der Konzer Kickboxer Berat Aliu hat seinen vierten WM-Gürtel verpasst. Die Niederlage hat er schnell verarbeitet.

Trier/Konz Mit etwas zeitlichem Abstand ist die Enttäuschung verflogen. "Ich habe zwar den Kampf verloren, aber viele Herzen gewonnen", sagt Kickboxer Berat Aliu nach dem verpassten vierten WM-Titel. In Ludwigsburg war er vor großem Publikum in der MHP-Arena im Titelkampf des Verbands Enfusion im sogenannten K 1 (Knieeinsatz ist erlaubt) seinem portugiesischen Kontrahenten Diogo Calado unterlegen. Aliu ging kurz vor dem Ende der vierten Runde k.o. - ein sogenannter High kick zum Hals setzte den 32-Jährigen außer Gefecht. "Bis dahin lief es eigentlich ganz gut. Die erste Runde hatte ich nach Punkten gewonnen, die zweite Runde ging an Calado, die dritte Runde war ausgeglichen. Zu Beginn der vierten Runde habe ich noch mal aufgedreht, doch Calado war taktisch sehr clever. Er hat eine Lücke in meiner Deckung erkannt und ausgenutzt", fasst Aliu den Kampf gegen den Vollprofi zusammen.
Das Ende des Kampfes wollte nicht zu den Rahmenbedingungen passen. "Das Drumherum war top. Ich wurde von rund 100 eigenen Fans unterstützt, die per Bus nach Ludwigsburg gekommen waren", sagt Aliu, der sich über drei Monate hinweg akribisch auf den WM-Kampf vorbereitet hatte.
Mit der Niederlage sind auch die Hoffnungen zerstoben, beim Enfusion-Verband, laut Aliu der zweitgrößte im Kickboxen in Europa, einen festen Vertrag zu bekommen. Dennoch sieht sich der Konzer, der für das Trierer Chorakee-Gym an den Start geht, gut im Geschäft. "Ich bin gefragt. Für dieses Jahr könnte sich noch was ergeben. Und für das nächste Jahr stehen auch schon zwei Kämpfe fest. Ich bleibe am Ball."
So stieg Aliu nach dem WM-Kampf auch nur eine Woche aus dem Training aus. Nun steigert er wieder das Pensum - getreu dem Motto: "Mund abwischen, weiter geht's!"

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