Nach enttäuschendem Jahr Olympia 2016 im Blick

Nach enttäuschendem Jahr Olympia 2016 im Blick

Das laufende war kein gutes Jahr für Jost und Matthias Schömann-Finck. Die aus Zeltingen-Rachtig stammenden Ruder-WM-Teilnehmer nehmen aber noch einmal Anlauf zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro - aber nicht um jeden Preis.

Zeltingen-Rachtig. Diesen Tag im Juni wird Matthias Schömann-Finck nie vergessen: Der 34-Jährige wollte den Abend noch nutzen, um nach einem Seminar in der Pfalz noch etwas auf dem Mountainbike zu trainieren. "Es war eigentlich keine schwierige Stelle. Ich bin praktisch im Stehen umgefallen", erzählt er vom Sturz, der seine weitere Jahresplanung zunichtemachte. Matthias Schömann-Fincks linkes Klickpedal löste sich nicht. Dadurch verdrehte sich der Unterschenkel. Resultat: Ein komplizierter Bruch, der mehrmals operiert und mit einem Nagel fixiert werden musste.
Mit den Folgen kämpft Matthias Schömann-Finck noch fünf Monate später. Das linke Bein darf er noch nicht mit seinem vollen Körpergewicht belasten. "Ich gehe noch am Stock", sagt der zweimalige Ruder-Weltmeister. Zumindest kann er mit angezogener Handbremse wieder rudern. Am kommenden Wochenende nimmt er sogar an der traditionsreichen Silverskiff-Regatta in Turin teil. "Das wird aber eher eine bessere Wanderfahrt", sagt er zu seinen Ambitionen.
Die sind bei Matthias Schömann-Fincks Bruder Jost bedeutend größer. Als Vorjahressieger wird der 31-Jährige mit der Startnummer eins von rund 500 anderen Booten, darunter dem von Olympiasieger Mahe Drysdale aus Neuseeland, gejagt werden.
Jost, der Olympiateilnehmer von Peking 2008, trainiert mittlerweile in Mainz beim rheinland-pfälzischen Landestrainer Robert Sens statt wie bisher am Olympiastützpunkt in Saarbrücken. "Das war keine Entscheidung gegen Saarbrücken, sondern weil meine Freundin in Wiesbaden einen Arbeitsplatz gefunden hat", erklärt Jost Schömann-Finck. Starten wird er weiterhin für den RV Saarbrücken.
Kein C-Finale mehr


Die beiden aus der Rudergesellschaft Zeltingen hervorgegangenen Athleten haben die Olympischen Spiele 2016 im Blick. Aber nicht um jeden Preis. Jost Schömann-Finck kehrte im Sommer frustriert von der Weltmeisterschaft in Südkorea zurück: 14. Platz mit dem deutschen Leichtgewichts-Vierer. "C-Finale muss ich mir nicht noch einmal geben", sagt er.
Trotz seiner schweren Verletzung hat auch Matthias Schömann-Finck Rio im Visier. "Es ist natürlich gewagt, mit Mitte 30 die erste Olympiateilnahme anzustreben", weiß er. Der studierte Politologe ist bereit, finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen. "Aber ich würde dafür nicht den Job aufgeben", betont Matthias Schömann-Finck. Bei der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken hat er mittlerweile nämlich gut Fuß gefasst. Zuletzt referierte er mit Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll und dem ehemaligen Lauf-Europameister Thomas Wessinghage über Erfolgsfaktoren, die Spitzensportler ins Berufsleben mitbringen. teu