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Nach Olympiasilber folgt der Studienabschluss

Nach Olympiasilber folgt der Studienabschluss

Triers erfolgreichster Sportler macht auf jeden Fall noch ein Jahr weiter. Beim Empfang seines Vereins RV Treviris Trier für Richard Schmidt und die WM-Teilnehmerinnen Caroline Meyer und Kathrin Morbe sprach der Ruder-Olympiazweite über Rio und seine Zukunft.

Trier. Ein olympischer Medaillengewinner im Verein: Das ist für Caroline Meyer (U-23-WM-Sechste im Leichtgewichts-Doppelzweier) und Kathrin Morbe (U-23-WM-Dritte im Leichtgewichts-Doppelzweier) eine Riesenmotivation. Der Motivator, Richard Schmidt, lauschte den Worten seiner Vereinskameradinnen vom RV Treviris Trier, seine Augen wanderten aber zum Video vom Achter-Finale von Rio de Janeiro, das hinter den Sportlerinnen über die Leinwand flimmerte.
"Ich sehe das Rennen zum ersten Mal in voller Länge", sagte der Olympiasieger von 2012 und -zweite von Rio im Deutschlandachter. Seine Analyse, weshalb das britische Boot diesmal schneller war: "Beim Achter muss man jeden Meter Vollgas geben. Das war wohl unser Problem im Finalrennen." Es tue eigentlich vom ersten Ruderschlag an weh. Die Briten hätten das einfach besser hinbekommen und bereits auf dem zweiten Viertel der Zwei-Kilometer-Strecke den Grundstein für ihren Sieg gelegt.
Ob er noch einen kompletten Olympiazyklus bis Tokio 2020 dranhängt, lässt Schmidt offen: "Zu 100 Prozent weiß ich das noch nicht." Aber die Saison 2017 werde er dabei sein. Im Winter wolle er sein Wirtschaftsingenieurstudium zu Ende bringen. Ab 1. November schreibt der Student der Technischen Universität Dortmund seine Masterarbeit. Anschließend habe er sogar schon ein Angebot für eine Promotion. Als Aktivensprecher des Deutschen Ruderverbands wirbt er dafür, dass die Sportler zweigleisig fahren. "Das ist für die Zukunft jedes Einzelnen wichtig", betont er. Der Rudersport mache nun einmal niemanden reich. teuExtra

Neubaupläne: Richard Schmidts Verein, der RV Treviris, hofft, bis zum 100-jährigen Bestehen 2021 den sportlichen Erfolgskurs mit einem neuen Bootshaus absichern zu können. "Absolut nachvollziehbar" ist der Wunsch nach Ansicht des Trierer Bau- und Sportdezernenten Andreas Ludwig, der das aus der Nachkriegszeit stammende Gebäude besichtigt hat. "Ich glaube kaum, dass wir es unter drei Millionen Euro schaffen", umriss der RVT-Vorsitzende Matthias Woitok die notwendige Investition. Schmidt zum russischen Dopingskandal: Er tue sich schwer mit Pauschalverurteilungen gegen alle Athleten, sagt Richard Schmidt. Wie einzelne Verbände vorgegangen seien, nachdem das IOC ihnen die Verantwortung über den Ausschluss russischer Sportler übertragen hatte, finde er gut. Bei den Ruderern sei der russische Männer-Vierer in Rio gestartet (zehnter Platz). 17 Ruderer mussten in Russland bleiben. "Ich wünsche mir, dass harte Regeln international durchgesetzt werden", sagt Schmidt. Der Anti-Dopingkampf dürfe nicht nur vor Olympischen Spielen ins Rampenlicht rücken. Einsatz im hohen Norden: Beim Schleswig-Holstein-Netz-Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal trifft sich gut einen Monat nach den Olympischen Spielen die Ruderelite wieder. Der Deutschland-Achter, mit Richard Schmidt, misst sich mit dem Olympia-Dritten Niederlande, dem Rio-Vierten USA und den fünftplatzierten Polen auf dem Ergometer, in Sprint rennen und beim Ruder-Marathon über 12,7 Kilometer am Sonntag (ARD, 14 Uhr). teu/red