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Noch geht's nur als Zuschauer zu Olympia

Jens Roth aus Monzelfeld ist gleich in seiner ersten ernsthaften Triathlon-Saison Rheinland-Pfalz-Meister und nun 36. bei der Deutschen Meisterschaft geworden. TV-Foto: Holger Teusch
Jens Roth aus Monzelfeld ist gleich in seiner ersten ernsthaften Triathlon-Saison Rheinland-Pfalz-Meister und nun 36. bei der Deutschen Meisterschaft geworden. TV-Foto: Holger Teusch
Grimma/Monzelfeld. Mit dem 36. Platz bei den Deutschen Meisterschaften beendet Jens Roth eine erfolgreiche Triathlon-Saison. In Grimma lernte der Monzelfelder, was er noch verbessern muss. Holger Teusch

Grimma/Monzelfeld. Jens Roth hat ein Olympia-Ticket gebucht. Steffen Justus aus Saarbrücken auch. Doch anders als der Deutsche Triathlon-Meister wird Roth im kommenden Jahr in London (noch) zuschauen. "Ich will die deutschen Starter unterstützen", sagt der 23-Jährige. Einige, wie Vizeweltmeister Justus, kennt er mittlerweile persönlich.
Nach dem "Schnupperjahr" 2010 verlief die erste "richtige" Triathlon-Saison des ehemaligen Leistungsschwimmers traumhaft: Rheinland-Pfalz-Meister, Sieg beim Zeller Mittelmosel-Triathlon, Podiumplätze bei mehreren Rennen der zweiten Bundesliga. Dass ihm bei seinem DM-Debüt am vergangenen Wochenende im sächsischen Grimma seine Grenzen aufgezeigt wurden, sieht Roth positiv. "Beim Laufen habe ich ganz schön was auf die Mütze bekommen", sagt der Elektriker im Saar-Kraftwerk Mettlach selbstkritisch.
Schon in seiner Paradedisziplin (750 Meter Schwimmen) erkannte Roth, dass in der nationalen Spitze ein schärferer Wind weht. Sonst als Erster aus dem Wasser, musste er diesmal die Spitzengruppe nach Schlägen in Gesicht und Bauch (was im Getümmel von Triathlonrennen nichts Ungewöhnliches ist) ziehen lassen. Auf der 20 Kilometer langen Radstrecke übernahm Roth zeitweise die Führung in der Verfolgergruppe - mit Steffen Justus an seinem Hinterrad.
Dann der abschließende Fünf-Kilometer-Lauf: "Dieses Tempo habe ich bei weitem noch nicht drauf", sagt Roth. Zwar hat er sich in den vergangenen Monaten in seiner schwächsten Disziplin stark verbessert, die 18:39 Minuten, die Roth in Grimma benötigte, reichen bei weitem nicht, um national vorne mitzumischen. Vorbild Justus war fast vier Minuten schneller (14:58).
Doch gerade beim Laufen sieht Roth noch viel Potenzial. "Ich hab in diesem Jahr zum ersten Mal in meinem Leben Tempoläufe gemacht und habe unheimlich viel Spaß daran, mich in einer für mich neuen Disziplin weiterzuentwickeln und die Bewegungsabläufe wie beim Schwimmen bis zur Perfektion zu lernen", erzählt der Schützling des Wittlicher Trainers Marc Pschebizin. Deshalb will Roth nach dem für den 10. Oktober geplanten Wiedereinstieg ins Training einige Rennen der Mosel-Crosslauf-Serie bestreiten. Fürs Frühjahr sind Mountainbike-Rennen im Rahmen des Eifel-Mosel-Cups geplant. Im Sommer 2012 steht dann die Verteidigung des Landesmeistertitels auf dem Programm. Aus dem Erstliga-Aufstieg mit dem DBL-Team RSG Montabaur wird zwar 2012 nichts, das sei allerdings für die Mannschaft eher gut. "Wir hätten von Anfang an gegen den Abstieg gekämpft", lautet Roths Erkenntnis nach seinem Triathlon-DM-Debüt.