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NÜRBURGRING
Nürburgring-Boss über Formel-1-Zukunft: „Wir dürfen nicht ins Schlingern geraten“

Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort steht in regem Austausch mit den neuen Formel-1-Besitzern.
Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort steht in regem Austausch mit den neuen Formel-1-Besitzern. FOTO: Thomas Frey / picture alliance / Thomas Frey/d
NÜRBURGRING. Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort auf volksfreund.de über Zeitdruck, wirtschaftliche Voraussetzungen und die Formel-1-Aussichten.

Eine Entscheidung über die Ausrichtung eines Formel-1-Rennens auf dem Nürburgring bereits 2019 müsse noch in diesem Jahr fallen. Das sagte der Geschäftsführer der Capricorn Nürburgring GmbH, Mirco Markfort, dem Trierischen Volksfreund gestern auf Anfrage vor Ort.

Die Rennstrecke hatte zuvor ihr Programm für das kommende Jahr vorgestellt und dabei erläutert, dass man sich mit einem „breit gefächerten Programm aus Motorsport-Veranstaltungen und zusätzlichen Publikums-Events“ aufstellen werde.

Kurz vor der Jahreswende hatte Markfort, der auf den Tag genau gestern vor einem Jahr sein Amt als neuer Nürburgring-Geschäftsführer angetreten hatte, am Rande des Formel-1-Rennens in Dubai mit den neuen Formel-1-Besitzern, dem Firmen-Imperium „Liberty Media“ des US-Unternehmers John Malone gesprochen.

Liberty-Vertreter und Markfort hatten dabei Möglichkeiten und Bedingungen einer Rückkehr der „Königsklasse des Motorsports“ in die Eifel ausgelotet. Seitdem, so der 39-Jährige, pflegten beide Seiten einen „intensiven telefonischen und Mailkontakt.“

Entscheidend sei in erster Linie, „dass ein wie auch immer geartetes Ergebnis für uns wirtschaftlich vertretbar ist. Es ist wichtig, dass der Nürburgring stabil bleibt und nicht ins Schlingern gerät.“

Der Rennstrecken-Betreiber sei „ein privatwirtschaftliches Unternehmen“ und müsse seine Entscheidungen deshalb auch nach ökonomischen Gesichtspunkten treffen. Die Rennstrecke weise nach Jahren wirtschaftlicher Turbulenzen derzeit „wieder eine Konstanz in ihrer positiven Entwicklung“ auf.  Wichtigstes Kriterium für die Beibehaltung dieses Kurses sei, dass wir „als Event-Location flexibel und damit für Veranstalter und Industrie interessant“ seien.

Einen zeitlichen Rahmen, bis wann die Entscheidung über die mögliche Austragung eines Formel-1-Rennens im Jahr 2019 auf dem Nürburgring gefallen sein müsse, hätten sich beide Seiten nicht gesetzt, sagte Markfort. „Aber die Formel 1 wird irgendwann in absehbarer Zeit ihren Rahmenkalender für das kommende Jahr veröffentlichen müssen – und bei uns ist das nicht anders.“

Von daher sei ein „Ja oder Nein“ noch in diesem Jahr notwendig. „Beim letzten Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring 2013 wurden die Verträge erst im Januar des betreffenden Jahres unterzeichnet. Das wollen wir jetzt auf jeden Fall vermeiden.“

Um die 50 Publikums-Veranstaltungen werden in diesem Jahr am und auf dem „Ring“ stattfinden. Etwa 80 Prozent davon seien motorsportlicher Art. Hinzu kämen Ereignisse mit Event-Charakter wie beispielsweise Bestandteile des Festival-Sommers.

Highlights im Jahr 2018 seien wie immer das 24-Stunden-Rennen (vom 10. bis 13. Mai) aus Sicht der Motorsportler, und aus dem Blickwinkel der Party-Gäste „Rock am Ring“ (1. – 3. Juni, mehr zum Programm auf Seite 23).

„Unser Ziel war es von Anfang an, die Musik wieder zurück an den Nürburgring zu holen. Wir möchten  dabei nicht nur Gäste ansprechen, die auf „Rock am Ring“ fixiert sind, sondern eine möglichst breite Schicht und verschiedene Geschmäcker  ansprechen“, sagte Markfort.

Die Motorsport-Saison in der Eifel beginnt am 17. März mit den Probe- und Einstellfahrten der VLN-Langstreckenmeisterschaft bereits am kommenden Samstag.

Das erste Rennen der in Europa einzigartigen Serie, in der Profis und Amateure gemeinsam in neun Langstrecken-Rennen über jeweils vier und sechs Stunden gegeneinander antreten, findet am Samstag, 24. März, statt.