Nürburgring: Verkaufsprozess ausgesetzt

Nürburgring: Verkaufsprozess ausgesetzt

Der Verkaufsprozess zum Nürburgring wird nach Informationen der Rhein-Zeitung (Samstagsausgabe) nicht vor dem 15. Mai erfolgen. Sollte in den verbleibenden vier Wochen eine Übereinkunft mit der EU-Kommission erzielt werden, die Rennstrecken vom Verkaufsprozess auszunehmen, wollen die Ring-Sanierer eine solche Regelung mittragen.

Bis Mitte Mai kann jetzt noch einmal intensiv verhandelt werden. Der Gläubigerausschuss hat diese Regelung am Freitag einstimmig beschlossen.In der Region am Nürburgring regt sich massiver Widerstand gegen einen Verkauf der Rennstrecken. Aus diesem Protest heraus kam es jüngst zu einem Arbeitstreffen bei der EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel, an dem neben Vertretern der Landesregierung auch ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm, der Vorsitzende des ehrenamtlichen Vereins Ja zum Nürburgring, teilnahm. Danach keimte Hoffnung auf, dass sich der geplante Verkauf der Rennstrecken möglicherweise doch noch abwenden lässt. Die alte Besitzgesellschaft an dem Eifelkurs, die Nürburgring GmbH, befindet sich im Insolvenzverfahren. Zudem prüft die EU, ob illegale Subventionen in der Höhe von beinahe einer halben Milliarde Euro zum Nürburgring geflossen sind - vor allen in den überdimensionierten Freizeitpark (der TV berichtete mehrfach).
Die Ring-Sanierer haben den Verkauf des kompletten Areals bislang als zwingend erachtet, um eine Stilllegung des Eifelkurses durch die EU zu vermeiden. Mit dem späteren Beginn des Verkaufsprozesses habe man der Politik "ein letztes Zeitfenster geöffnet, um die Gespräche mit Brüssel abzuschließen", sagte Sanierungsgeschäftsführer Thomas B. Schmitt gestern Abend unserer Zeitung. Schmitt rechnet damit, dass erste Verkaufsgespräche frühestens ein halbes Jahr nach der Ausschreibung geführt würden. Mit Beginn der neuen Saison im nächsten Jahr könnten dann hoffentlich die Schlüssel an den neuen Besitzer übergeben werden. Im Gespräch mit dem TV sprach sich Schmitt klar gegen einen Verkauf des Rings ohne die Rennstrecke aus. "Es gibt auch nicht ansatzweise ein Signal aus Brüssel, dass das genehmigt wird", sagt der Trierer Sanierungsgeschäftsführer. Schmitts Forderung: "Wir wollen jetzt für einen seriösen Investor interessant sein, die Streitereien müssen endlich beendet werden."
red/sey