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Größter Erfolg
„Oma“ gehört noch nicht zum alten Eisen

Wurde im vergangenen Jahr zum zweiten Mal Sieger in der ERT: Der Trierer Rallyesportler Andreas Konrath.
Wurde im vergangenen Jahr zum zweiten Mal Sieger in der ERT: Der Trierer Rallyesportler Andreas Konrath. FOTO: Jürgen C. Braun
Trier. Der Trierer Rallyesportler Andreas Konrath gewinnt zum zweiten Mal die internationale Euro-Rallye-Trophy.

Für Andreas Konrath war der Wechsel von 2017 auf 2018 ein bemerkenswertes Datum. Immerhin durfte der Trierer Rallye-Pilot im vergangenen Jahr zum zweiten Mal seinen bisher größten sportlichen Erfolg feiern. Außerdem blickt er im gerade angebrochenen neuen Jahr gemeinsam mit seinem Sohn einer ungewöhnlichen Herausforderung entgegen. Diese fordert neben seinem beruflichen Können als Kfz-Meister und seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Motorsportler auch eine Menge an logistischem Talent und detaillierter Vorausplanung.

2017 stand für Konrath, der Ende November ausgerechnet bei der Preisverleihung der Euro-Rallye-Trophy (ERT) seinen 50. Geburtstag feiern durfte, sportlich unter einem besonders glücklichen Stern. Zum zweiten Mal nach 2012 sicherte er sich in seinem 150 PS starken Opel Kadett GSI, den er angesichts dessen Alters ebenso liebe-, wie respektvoll „Oma“ getauft hat, den ERT-Titel (siehe Extra).

„Nach den beiden Vize-Meisterschaften 2015 und 2016 wollte ich es noch einmal wissen. Angesichts des nicht ganz einfachen Reglements und dem Verhalten des Deutschen Motorsportbundes (DMSB) diesem Wettbewerb gegenüber braucht man da schon einen langen Atem, wenn man über das ganze Jahr hinweg betrachtet vorn dabei bleiben will“, resümiert Konrath.

Gemeinsam mit seinem saarländischen Co-Piloten Tobias Korb setzte sich der Trierer Kfz-Meister in den insgesamt zehn ERT-Läufen in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Belgien und den Niederlanden jedoch letztendlich durch. „Wir beide fahren jetzt seit drei Jahren gemeinsam. Das macht sich vor allen in den kniffligen Situationen mittlerweile durch ein großes Verständnis bemerkbar“, sieht er einen Grund für den zweiten Titelgewinn.

Für semiprofessionelle Rallyesportler, die ihr Hobby mit einem erheblichen persönlichen Leistungsanspruch angehen, aber nebenbei auch noch ihr Geld verdienen müssen, ist die Situation hierzulande nicht einfacher geworden. Reglementsbedingt (Wegfall der sogenannten „Gruppe-H“-Fahrzeuge in Deutschland) ist anspruchsvoller Rallyesport unter diesen Voraussetzungen nur noch „im bezahlbaren grenzüberschreitenden Motorsport“ (O-Ton Konrath) möglich.

Seine Erfahrungen bei Wettbewerben in Luxemburg, Frankreich oder den Niederlanden seien durchweg positiv. „Ich bin jedes Mal begeistert, wenn wir von einer Rallye in einem dieser Länder zurückkommen. Mit welcher Herzlichkeit wir dort empfangen werden, und wie zuvorkommend die Menschen uns und unserem vierköpfigen Serviceteam gegenüber sind, das ist einfach unbeschreiblich.“ Deshalb seit die ERT auch für Rallyesportler seiner Facon genau der richtige Wettbewerb.

Völlig andere Herausforderungen aber warten auf Vater und Sohn Konrath aber im Mai dieses Jahres bei einer gemeinsamen Charity-Rallye quer durch Europa. Das aber ist wieder eine andere Geschichte.