"Papa Seb" bricht eine Lanze für den Rundkurs Ollmuth

"Papa Seb" bricht eine Lanze für den Rundkurs Ollmuth

Lange ist er dem Glück bei der ADAC Rallye Deutschland hinterhergefahren. Jetzt verabschiedet sich Sébastien Ogier als erfolgreicher Titelverteidiger aus Trier. Dem TV schilderte der Franzose, der kürzlich zum ersten Mal Vater wurde, seine Gedanken zum Abschied der Rallye aus Trier.

Weltklasse-Rallyefahrer müssen sportlich scheinbar auf mehreren Hochzeiten tanzen können. Sébastien Loeb war in seiner Jugend ein hervorragender Kunstturner gewesen, Ogier ist geprüfter Skilehrer. Und von daher eigentlich an den frühzeitigen Umgang mit der Öffentlichkeit gewöhnt. Dennoch trägt der 32-Jährige das Herz nur selten auf der Zunge.

Umso erstaunlicher, dass der Mann, der als bisher Einziger die ADAC Rallye Deutschland auf zwei verschiedenen Marken (Citroen, Volkswagen) gewinnen konnte, seit sie WM-Status hat, sich so explizit äußert, wie er das am Freitagabend tat. "So etwas sollte man beibehalten. Das ist großartig. Für die Fans und für uns Fahrer. Wir fuhren wie in einer Arena", flocht er der dem kleinen Rundkurs, der Wertungsprüfung Ollmuth, einen Kranz. Erstaunlich deshalb, weil Absolventen der World Rallye Championship (WRC) Kosmopoliten sind. Sie demonstrieren ihre Fahrkünste im Auftrag ihrer Arbeitgeber rund um den Globus, auf allen Kontinenten. "Heute hier, morgen dort", wie Liedermacher Hannes Wader formuliert.

In und bei Ollmuth schloss die Rallye an diesem Freitag vor einer schier unübersehbaren Menge an Freunden einen gemeinsamen Bund. Seit sechs Monaten sieglos (Monte Carlo und Schweden), durfte der Franzose, der angesichts seines Punkte-Kontos dennoch beste Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung als Weltmeister hat, im Schatten der Porta nun den dritten Triumph der aktuellen Saison feiern. Und den gleich unter ganz besonderen Vorzeichen. Im Juni wurden "Seb" und seine Frau, die Fernsehmoderatorin Andrea Kaiser, zum ersten Mal Eltern. Sohn Tim kam am 13. Juni zur Welt. "Ein solches Ereignis setzt natürlich noch einmal Kräfte und Emotionen besonderer Art frei."

Als gut bezahlte globale Botschafter ihrer Hersteller-Werke äußern sich die Fahrer äußerst selten pro oder contra bestimmter Länder, in denen Rallyes mit WM-Status stattfinden sollten. Angesichts der Tatsache, dass die "Deutschland" ab dem nächsten Jahr ihre Logistik und mediale Präsenz ins Saarland verlegt, ist die Beibehaltung des Rundkurs-Prinzips als Hinterlassenschaft durchaus denkbar. Ob das wiederum bei Ollmuth am "Weinberg-Freitag" der Fall sein wird, das steht indes noch auf einem anderen Blatt Arbeitspapier der Fia. jüb