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Projekt 2018: ADAC will Rallye-WM in Trier halten

Projekt 2018: ADAC will Rallye-WM in Trier halten

Die ADAC Rallye Deutschland hat offenbar für die nächsten Jahre eine Zukunft in und um Trier. Nach Informationen unserer Zeitung soll in der nächsten Sitzung des Trierer Stadtrats über einen Antrag des veranstaltenden ADAC entschieden werden, der eine Fortführung der Kooperation aller Partner bei der Ausrichtung des deutschen Laufs zur Rallye-Weltmeisterschaft vorerst bis 2018 anstrebt.

Trier. Im August dieses Jahres wird die internationale Rallye-Elite wieder auf dem Servicepark in den Moselauen, auf den Wertungsprüfungen in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück aufschlagen. Zehntausende werden an insgesamt vier Tagen wieder in die Region kommen und in dieser Zeit viel Geld dort lassen. Doch die Rallye ist nicht unumstritten in der Region. Sie ist aus den unterschiedlichsten Gründen seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder zum Zankapfel zwischen Befürwortern und Gegnern geworden. Deshalb gilt der zustimmende Beschluss des Trierer Stadtrats zur Austragung dieses motorsportlichen und touristisch-medialen Spektakels auch nur noch bis einschließlich dieses Jahres.
Doch in der ADAC-Zentrale in München wie auch am Sitz des Welt-Automobilverbandes FIA in Paris wissen die Beteiligten, was sie am Gesamtpaket Rallye Deutschland und am bisherigen Standort haben. Beide Institutionen schätzen zuverlässige Partner, eine perfekte Organisation, vorbildliche Sicherheitskonzepte und eine große Akzeptanz seitens der Bevölkerung. Grund genug für ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk, den Entscheidungsträgern der Augusta Treverorum schon im vergangenen Jahr den Hof zu machen.
"Die aktuelle Situation des Rallyesports in Deutschland ist so gut wie schon lange nicht mehr. Mit Hilfe der ADAC Stiftung Sport und der Industrie wollen wir den Rallyesport in Deutschland weiter etablieren. In Trier haben wir seit vielen Jahren verlässliche Partner gefunden", hatte Tomczyk damals mit Blick auf die weitere Zukunft der Veranstaltung unserer Zeitung gesagt und hinzugefügt: "Wir wünschen uns, dass das so bleibt und sich auch zukünftig die Umsetzung solch einer Großveranstaltung dank der guten Zusammenarbeit mit den kommunalen und regionalen Behörden weiter realisieren lässt."
Zu Beginn dieses Jahres hatte der Verband dann eine einseitige Willensbekundung am Augustinerhof abgegeben, wonach er den derzeitigen Statuts Quo gerne sichern wolle. Diesem ersten Schritt folgte eine gemeinsame Sitzung zwischen allen Beteiligten, in der der ADAC erstmals den offiziellen Antrag formulierte, über eine Verlängerung der bestehenden Vereinbarung bis einschließlich 2018 zu debattieren.
Der Trierer Abschnittsleiter Manfred Kronenburg, der als "graue Eminenz" auch als Mediator zwischen Stadt und Verband in Sachen WM-Lauf fungiert, erläutert den Status Quo: "Der Antrag des ADAC an den Trierer Stadtrat, seinen in diesem Jahr auslaufenden Beschluss vorerst bis 2018 zu verlängern, sollte eigentlich schon ein Tagesordnungspunkt auf der Ratssitzung im März sein. Dann wurde davon Abstand genommen, weil man damit bis zur Einführung des neuen Trierer Oberbürgermeisters warten wollte. Schließlich fiele das ja auch in seinen Entscheidungsbereich."
Triers neues Stadtoberhaupt, Wolfram Leibe (SPD), habe ihm, Kronenburg, gegenüber erklärt, er stünde der Rallye "in ihrer Gesamtheit sehr positiv" gegenüber. "Er hat mir wörtlich erklärt, dass er auch Präsenz bei der Veranstaltung zeigen werde." Nun soll möglichst zeitnah über den offiziellen Antrag des ADAC im städtischen Gremium beraten werden. Eine Zustimmung vorausgesetzt, würde dies den Fortbestand des deutschen Rallye-WM-Laufes in den bisherigen Strukturen in und um Trier für weitere Jahre garantieren.Extra

Die ADAC Rallye Deutschland vom 20. bis 23. August ist 2015 der neunte von 13 Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft. Am Donnerstag finden der "shake down" (Test unter Wettbewerbs-Bedingungen) und der Show-Start vor der illuminierten Porta Nigra statt. Von Freitag bis Sonntag absolvieren die Piloten Wertungsprüfungen in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück. Der deutsche WM-Lauf, zu dem 200 000 Fans erwartet werden, ist eine reine Asphalt-Rallye ohne Schotter-Anteile. Vorjahressieger war der Belgier Thierry Neuville (Hyundai i20 WRC). jüb