Rallye-WM-Lauf in der Region: So lief es beim shake down

Motorsport : Familientreffen bei der „Deutschland“

Der TV traf beim Auftakt zur Rallye-WM drei frühere und aktuelle Champions zum Plausch.

Wenn Deutschland-Rallye-Zeit ist, dann ist auch das auch eine Art Familientreffen: Drei Rallye-Größen, frühere und amtierende Deutsche Meister und Europameister, allesamt Weinberg-erprobt bei der ADAC Rallye Deutschland, traf der TV gestern während des so genannten shake down am Donnerstag vor dem Start zum deutschen WM-Lauf.

Michael Gerber, Armin Kremer, und Marijan Griebel hatten und haben in der Region noch viele Freunde und Fans aus mehr als drei Jahrzehnten Rallyesport auf höchstem Niveau. Gerber und dessen Co-Pilot, der frühere TV-Sportredakteur Peter Thul, gehörten in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren zur deutschen Elite. Hunsrück-Rallye, Rallye Deutschland (damals noch kein WM-Lauf) führten vor Tausenden von Fans durch die Region.

Gerber, der Mittel-Hesse und Thul, der Hochwälder, gehörten im Auto des WM-erprobten Werkspiloten Gerber (Toyota, Mitsubishi) zum „who is who“ des Rallyesports. Armin Kremer, der Mecklenburger, seines Zeichens Ex-Rallye-Europameister und Toyota-Werkspilot war ebenfalls Stammgast und Sieger bei beiden Veranstaltungen.

„Vieles von damals hat sich in die heutige Zeit hinübergerettet. Die fahrerischen Ansprüche und der Härtetest an das Material waren vor 30 Jahren schon sprichwörtlich. Der Rallyesport hat in dieser Region schon immer ein ganz hohes Ansehen gehabt. Wir haben auch über unsere aktive Zeit hier unten viele Freunde gefunden und sind bei der ‚Deutschland’ regelmäßig dabei“, erzählten die Ex-Piloten, die heute beide erfolgreiche Unternehmer sind, Geschäftsführer mittelständischer Firmen mit vielen Angestellten.

Mit dem Hunsrücker Marijan Griebel, der vor zwei Wochen noch die Rallye Oberehe und vor vier Wochen die Rallye Luxemburg gefahren war, gab es nach dessen shake down gestern im Servicepark am Bostalsee viel zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen.

„Ich bin den neuen Skoda Fabia R5 Evo ja heute quasi zum ersten Mal gefahren. Es waren nur ein paar Testkilometer, aber ich gehe dennoch mit einem guten Gefühl in meine Heimrallye“, gab sich Griebel, U 28-Europameister des vergangenen Jahres, zufrieden.

Wie auch sein Vorgänger als nationaler Champion, Fabian Kreim (Fränkisch-Crumbach), ist „Deutschlands schnellster Polizist“ in diesem Jahr bei der Rallye unter dem Patronat von Skoda Auto Deutschland unterwegs.

Bei strahlendem Sommerwetter hatten sich am Donnerstag schon sehr früh viele Fans an der 5,17 Kilometer langen shake-down-Strecke eingefunden.

Der Vorteil dieses letzten Tests: Man sieht die Weltklasse-Piloten gleich mehrere Male. Jeder Fahrer hat ein bestimmtes Zeitfenster, innerhalb dessen er so oft fahren kann, wie er möchte. Voraussetzung: nach einem Turn wieder anstellen. Es ist also beim shake down jede Menge los und immer Betrieb auf der Piste.

Das in der WM führende Trio Ott Tänak (Estland, Toyota), Sébastien Ogier (Frankreich, Citroen), und Thierry Neuville (Belgien, Hyundai) dominierte auch den shake down am Donnerstag.

Die gleiche Strecke war am Donnerstagabend erste Wertungsprüfung. Alle drei Piloten waren jedoch nur um Bruchteile voneinander getrennt.

„Familientreffen“: Michael Gerber, Armin Kremer und Marijan Griebel (von links) decken 30 Jahre Rallyesport auf höchstem Niveau  ab. Foto: Jürgen C. Braun/Picasa

Der Franzose fuhr bei der 5,17 Kilometer langen Prüfung „St. Wendler Land“ bei seinem vierten Versuch in 2:39.7 Minuten die schnellste Zeit. Damit lag er nur um 0,1 Sekunden vor dem WM-Führenden Ott Tänak. Platz drei teilten sich mit 0,3 Sekunden Rückstand Ogiers Teamkollege Esapekka Lappi und Thierry Neuville. Am Freitag geht’s dann in den Mosel-Weinbergen weiter.

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