1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Rekordhalterin im Spagat kommt von der Mosel - Kampfsportlerin von Kindesbeinen an

Rekordhalterin im Spagat kommt von der Mosel - Kampfsportlerin von Kindesbeinen an

Vier Minuten lang verharrte die Schülerin Xena Britzius fast frei schwebend im Spagat - und knackte damit den Rekord eines 18-Jährigen. Der Spagat ist für die 13-Jährige allerdings längst Routine - Taekwondo und Kickboxen sei Dank.

Xena schwebt scheinbar mühelos einige Zentimeter über dem Boden, die Füße links und rechts auf Kissen abgelegt. Etwa eine Minute lang, bis alle Fotos im Kasten sind, bleibt die 13-Jährige in genau dieser Position. Ob der Spagat anstrengend ist, kann man aus ihrem Gesichtsausdruck nicht ablesen, entspannt lächelt sie in die Kamera.

Es ist nicht das erste Mal, dass sie einen fast frei schwebenden Spagat macht, und es ist bei weitem nicht die längste Zeit, die sie in dieser Position ausharrt. Seit einigen Wochen ist Xena Britzius ganz offiziell die Rekordhalterin im "längsten Spagat zwischen zwei Gegenständen".

Ganze vier Minuten und zwei Sekunden lang machte die Schülerin den Spagat zwischen zwei Autos - und hat damit den alten Rekord um 14 Sekunden geschlagen. Den hatte 2014 ein 18-Jähriger mit exakt der gleichen Übung im Guinness Buch der Weltrekorde aufgestellt. Und damit gleichzeitig Xena auf eine Idee gebracht. "Meine Freundin hat mir den Eintrag im Guinness-Buch gezeigt. Da habe ich gedacht, das kann ich auch."

Für die kampfsportbegeisterte Xena ist so ein Spagat in der Tat keine ungewöhnliche Übung. Seit ihren Kindertagen macht sie Taekwondo und Kickboxen in der Kampfsportschule ihres Vaters. Die ersten kleinen Übungen habe sie schon als Baby mit dem Vater auf der Couch gemacht. "Auch den Spagat mache ich schon von klein auf regelmäßig, er ist eine wichtige Dehnungsübung in meinem Training."

Und tatsächlich gibt es Fotos, auf denen Xena als Kleinkind von vielleicht zwei oder drei Jahren einen Spagat macht. Das Dehnen ist unheimlich wichtig im Taekwondo, erklärt die Schülerin. Denn je höher sie mit den Füßen treten kann, desto mehr Punkte erreicht sie im Wettkampf. "Wenn ich bis auf die Höhe des Kopfes meines Gegners komme, gibt das drei Punkte." Doch trotz aller Routine im Spagat - das aus den Dehnübungen mal ein Rekord werden könnte, hat ihre Eltern zunächst überrascht. "Wir haben anfangs tatsächlich nicht geglaubt, dass sie das schafft", sagt Vater Jürgen Britzius, selbst Kampfsportler und Leiter der Kampfsportschule in Longen. Aber Xena bewies es, nicht nur ihren Eltern, sondern auch der strengen Jury des Rekord-Instituts für Deutschland (RID). Das Institut mit Sitz in Hamburg sammelt Rekorde im deutschsprachigen Raum und gibt das Buch "Weltrekorde made in Germany, Österreich und der Schweiz" heraus.

Damit die Jury den Rekord anerkannte, musste Xena ein Video drehen. Außerdem brauchte sie zwei Zeugen, die unabhängig voneinander schriftlich den erfolgreichen Rekordversuch belegen mussten. Für die Gymnasiastin hat sich der Aufwand gelohnt. Gerne präsentiert sie die Urkunde und ihren ganz persönlichen Eintrag in dem gerade erst erschienenen Buch. Einen Eintrag im international erscheinenden Guinness Buch der Rekorde wird es aber wohl nicht geben - der Aufwand sei zu groß. "Es ist schon schwierig, überhaupt an die Organisation heranzutreten", sagt Xenas Mutter Sylvia Britzius, wie Mann und Tochter ebenfalls Kampfsportlerin und Trainerin. Und die Bewerbung müsse komplett auf Englisch erfolgen.

Viel wichtiger als das Aufstellen von Rekorden ist der Schülerin aber ohnehin der Sport selbst. Diverse Titel hat sie schon erreicht. Erst im Mai wurde sie Deutsche Meisterin im Kickboxen. Mittlerweile hilft sie auch schon in der Kampfsportschule des Vaters aus, trainiert die Jüngsten in Ausdauer und Dehnung. Dazu kommen zweimal in der Woche das eigene Training und zusätzliche Einheiten für die Dehnung. Für das kommende Jahr hat die Rekordhalterin schon wieder neue, große Pläne. Im Taekwondo will sie den schwarzen Gürtel erreichen - die letzte mögliche Farbe in dem koreanischen Kampfsport. Auch auf Wettkämpfen geht Xena wieder an den Start - zum ersten Mal in der Klasse der 13- bis 17-Jährigen bei der Deutschen Meisterschaft im Taekwondo.