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Ruder-WM: Trierer Schmidt gewinnt mit Achter Gold

Ruder-WM: Trierer Schmidt gewinnt mit Achter Gold

Sarasota (dpa) Achter gut, alles gut. Das Paradeboot hat den Deutschen Ruderverband vor der schlechtesten WM-Bilanz in diesem Jahrtausend bewahrt.

Im feuchtheißen Klima von Florida wurde die Crew um den Trierer Richard Schmidt ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann am letzten Tag der Titelkämpfe den Endlauf mit einer halben Bootslänge vor den USA und Italien. Damit sorgte sie am Sonntag für die einzige DRV-Medaille in den 14 olympischen Bootklassen. "Ein Traum ist wahr geworden. Der Druck war unbeschreiblich", sagte das jüngste Teammitglied Torben Johannesen aus Hamburg. Der erste Triumph des Achters seit London 2012 vertrieb den Frust der vergangenen Jahre mit vier zweiten Plätzen in Serie. In souveräner Manier wurde das Final-Trauma überwunden. "Wir hatten im bisherigen Saisonverlauf Selbstvertrauen getankt. Der Sieg heute ist das i-Tüpfelchen", kommentierte Trainer Uwe Bender.
Die für ihre dynamische Startphase bekannten Europameister hatten sich schon bei der 1000-Meter-Marke vorentscheidend abgesetzt. Deshalb fiel es leichter, die Angriffe der Amerikaner und der Italiener im Schlussspurt abzuwehren. "Wir hatten einen klaren Fahrplan. Und den hat das Team super umgesetzt", befand Schlagmann Hannes Ocik. Ähnlich euphorisch war Johannes Weißenfeld. "Das war der Startschuss für Tokio 2020. So kann es in den nächsten drei Jahren weitergehen."
Der Triumph des Achters tröstete über die insgesamt dürftige deutsche Ausbeute hinweg. Die Probleme beim Neuaufbau eines stark verjüngten DRV-Kaders konnte er aber nur bedingt verdecken. Eine ähnlich geringe Medaillenzahl für die deutsche Flotte gab es zuletzt 2008 in Peking mit nur jeweils einmal Silber und Bronze. Vor einem Jahr in Rio standen zwei Siege und ein zweiter Rang zu Buche.
Immerhin erreichten im Vergleich zu Rio de Janeiro 2016 (3) in Sarasota (6) doppelt so viele Boote das Finale.