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Salmrohr bereit zum Gipfelsturm

Salmrohr bereit zum Gipfelsturm

Wenn Vereine die zweite Saison in einer neuen Liga angehen, ist landläufig vom "verflixten zweiten Jahr" die Rede. Gilt das auch für Trainer? Nach der Überzeugung von Robert Jung, dem Coach des Rheinlandligisten FSV Salmrohr, trifft das für ihn nicht zu.

Pirmasens/Salmrohr. Wer mehr als 30 Jahre im Trainergeschäft ist, der hat auch kein Problem damit, Selbstkritik zu üben. "Ich habe die Gegebenheiten in der Liga unterschätzt", sagt der pensionierte Oberstudienrat. "Die Liga war neu für mich. Ich habe mir sehr viele Spiele angeschaut, aber bis ich den Überblick wirklich hatte, das hat doch eine Zeit lang gedauert."

Es gab weitere Handicaps: "Ich habe unterschätzt, dass Salmrohr in dieser Liga bei den Gegnern den Stellenwert hat wie die Bayern in der Bundesliga." Soll heißen: "Gegen uns geben sie immer ein paar Prozent mehr."

Und dann die vielen Kunstrasenplätze, die der 65-Jährige gar nicht mag. Außerdem übernahm er ein Team, das praktisch ohne seinen Einfluss zusammengestellt war. Zudem mussten Trainer und Mannschaft erst einmal zueinander finden.

Offensichtlich sind das Baustellen, die inzwischen abgearbeitet sind. Jedenfalls nach Jungs Überzeugung: "Wir haben alle einen Lernprozess durchlaufen, der aber erfolgreich war."

Wie jeder Trainer hat auch Jung seine eigene Philosophie: "Deshalb mussten sich die Spieler in puncto Trainingsmethodik, Belastung und auch Taktik umstellen. Das geht nicht von jetzt auf gleich."

Am Kader hat er natürlich gefeilt. Er wurde verkleinert, ist aber nach Überzeugung des erfahrensten Trainers stärker geworden. Als "eminent wichtigen Faktor" bezeichnet er die Verpflichtung von Dino Toppmöller, der wegen seiner eben erst überwundenen Lungenentzündung noch nicht sein volles Potenzial abrufen konnte. "Dennoch ist er schon jetzt unheimlich wichtig, weil er die jungen Spieler führt, ihnen immer aktive Unterstützung gewährt und sie seinen Rat auch suchen." Außerdem mache der zweitliga-erfahrene Akteur "gerade unsere Besten noch ein Stück besser".

Im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr ins Salmtal nach mehr als zwei Jahrzehnten ist er Chef eines "jungen, nach wie vor entwicklungsfähigen, aber auch mit einer gewissen Erfahrung gesegneten Kaders".

Und es macht ihm immer noch wahnsinnig Spaß. Jung lebt Fußball. Jeden Montag analysiert er in Pirmasens in Offenen Kanal die Bundesliga und führt Fortbildungsmaßnahmen mit dem Thema Trainingsmethodik durch.

Mehr Spaß als das Philosophieren über seinen Sport machen ihm nur noch das Training und die Spiele. Und wenn die Saison zu Ende ist, "wollen wir ganz oben stehen".