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Samuel Fitwi: Vom Flüchtling zur Laufhoffnung

Samuel Fitwi (links) von der LG Vulkaneifel siegte in Langsur vor Tobias Riker (rechts), Yannik Duppich und Pol Mellina. TV-Foto: Holger Teusch
Samuel Fitwi (links) von der LG Vulkaneifel siegte in Langsur vor Tobias Riker (rechts), Yannik Duppich und Pol Mellina. TV-Foto: Holger Teusch FOTO: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"
LANGSUR/STADTKYLL. LANGSUR/STADTKYLL (teu) Es ist kaum vorstellbar, dass es erst gut ein Jahr her ist, als Christian Linden Willy Oelert beim Volkslauf in Ormont ansprach, weil sein Schützling wohl für einen anderen Sport als Fußball talentierter sei, wie der herausragende Ausdauer-Leistungstest an der Schule in Neuerburg gezeigt habe. In Lindens Familie in Stadtkyll lebt seit zwei Jahren Samuel Fitwi.

"Das erste Mal habe ich ihn beim Volkslauf in Pronsfeld gesehen", erzählt LGV-Trainer Oelert. Fitwi lief fünf Kilometer in Begleitung von Yannik Duppich. Der Cross-EM-Teilnehmer Duppich sei begeistert gewesen, berichtet Oelert: "Yannik sagte: Der atmet ja gar nicht." Einen Monat später gewann der in der Laufszene völlig unbekannte Fitwi den Bitburger Stadtlauf über zehn Kilometer (32:55). Beim Deulux-Lauf 2016 wurde er in 31:32 Minuten Dritter. Bei seinem Sieg 2017 war er fast eine Minute schneller.
"Es war ein gutes Rennen", gab sich Fitwi nach seinem Erfolg gewohnt bescheiden und zurückhaltend. "Ich weiß nicht, ob es zum Sieg gereicht hätte, wenn er zum Schluss noch richtig gefordert gewesen wäre", sagt Oelert.
In Trier musste Fitwi im Sommer einen herben Rückschlag einstecken. Beim Stadtlauf humpelte er mit schmerzenden Schienbein nach zehn Kilometern als Zweiter ins Ziel. Die im Sommer geplanten Wettkämpfe bis zur zweithöchsten nationalen Ebene (bei deutschen Meisterschaften ist er noch nicht startberechtigt) fanden ohne ihn statt. Doch Fitwi hat den Rückschlag weggesteckt. "Er ist ein sehr feiner Mensch und ein cleveres Bürschchen", sagt Oelert. Und die Trainingsgruppe der LGV gebe Halt, ergänzt Linden.