Spendenaktion für Hochwasseropfer

Trier/Wittlich · Uwe Becker aus Wittlich zeigt, dass es nur eine gute Idee braucht, um Menschen zu helfen. Mit seiner spontanen Facebook-Kampagne "Free Flood Stuff from Trier" will er Spenden sammeln. Viele Trierer unterstützen ihn.

Trier/Wittlich. Das Jahrhunderthochwasser geht langsam zurück. Der Pegel fällt in den meisten betroffen Gebieten täglich. Und jetzt kommt die Zerstörung zum Vorschein. Manche haben alles verloren. Uwe Becker aus Wittlich taten diese Menschen leid, und er wollte unbedingt helfen.
Er ist aktiv in der "Free your Stuff"-Facebookgruppe, auf der Dinge aller Art zum Verschenken angeboten werden. "Free your Stuff Trier" können Interessierte ebenfalls auf Facebook finden.
"Wie wäre es", fragte Uwe Becker in einem Beitrag, "wenn wir alle gemeinsam Sachen, die wir verschenken möchten, den Flutopfern zur Verfügung stellen würden? Denn viele haben ja so gut wie gar nichts mehr."
Innerhalb kurzer Zeit fanden sich 900 Unterstützer, und Uwe Becker gründete die Gruppe "Free Flood Stuff from Trier". Die gespendeten Sachen müssen zuerst gesammelt werden, eine Lagerhalle wird als Stauraum benötigt. Anschließend muss ein LKW alles in die betroffenen Gebiete fahren. Doch wohin überhaupt? Alleine ist die Aufgabe nicht zu bewältigen.
Sach- statt Geldspenden


Christina Rothgerber aus Trier ist eine der Unterstützerinnen. "Man sieht das Leid in den Zeitungen, da muss man doch helfen", sagt die 30-Jährige. Die Flutopfer benötigen zurzeit alles. Vor allem Kleidung, Spielzeug und Tierbedarf befinden sich häufig unter den Sachen. "Wir haben auch schon Angebote von Leuten bekommen, die eine ganze Küche und eine komplette Büroeinrichtung spenden wollen", sagt die Triererin. Möbel nehmen die Helfer allerdings noch nicht an, zuerst benötigen die Menschen andere Dinge. "Wir sammeln auch kein Geld, das machen schon andere Stiftungen."
Christina Rothgerber hat viel zu tun. Zusammen mit drei anderen Helfern nimmt sie jeden Tag von 15 bis 19 Uhr in einer Lagerhalle neben der Firma TRIstrom in Trier-Zewen die Gegenstände entgegen. Der Betrieb Landschaftsbau Schneider aus Euren stellt das Gebäude zur Verfügung.
Eine weitere Anlaufstelle gibt es in Schweich: Vom 25. bis zum 27. Juni zwischen zehn und 18 Uhr können Hilfsbereite Spenden in der Lagerhalle der Spedition Gangolf abgeben. Derzeit suchen die Helfer noch einen weiteren LKW, um die Güter in die betroffenen Gebiete zu bringen.
Die ersten Spenden werden nach Deggendorf in Bayern gebracht. Wohin der zweite LKW fahren wird, muss noch auf Facebook entschieden werden. Die Gruppenmitglieder stimmen dort über Vorschläge ab. ddn
Wer helfen möchte, kann die Gegenstände entweder in einer der Hallen abgeben oder über die Facebookgruppe "Free Flood Stuff from Trier" die Organisatoren kontaktieren.