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Interview Michael Roller
„Wenig Entwicklungsarbeit der regionalen Vereine“

Michael Roller, Sportwart des Landesverbands.
Michael Roller, Sportwart des Landesverbands.
Trier. Rund 200 Squash-Vereine mit gut 11 000 Mitgliedern gibt es bundesweit. In der Region Trier sind offiziell noch vier Clubs gemeldet. Keiner davon nimmt aktuell am Spielbetrieb teil. Entsprechende Anlagen gibt es in Biersdorf am Bitburger Stausee, in Trier-Tarforst, in Konz und zumindest vorläufig noch in Hermeskeil (bis eventuell der dortige Sportpark einem Einkaufscenter weichen muss). Zur Entwicklung im Squash-Sport nimmt Michael Roller (52), Sportwart des Squash-Verbands Rheinland-Pfalz aus Trier, im TV-Interview Stellung.
Andreas Arens

Kreissport-Mitarbeiter beim Trierischen Volksfreund

Sie sind verantwortlich für die Organisation der Wettkämpfe im Land und kümmern sich hier unter anderem auch um die Ausrichtung und Durchführung von Ranglistenturnieren und die Schiedsrichter-Ausbildung. Wie läuft es aktuell?

ROLLER Der Squash-Sport in Rheinland-Pfalz ist prinzipiell recht gut aufgestellt, inklusive Jugendarbeit. Lediglich in der Region Trier kam in den vergangenen Jahren wenig Entwicklungs- und Förderarbeit von den Vereinen.

Was wurde und wird im Detail getan, um dem Trend entgegenzuwirken?

ROLLER Der Landesverband hat im September vergangenen Jahres in Trier ein Landesverbands-Ranglistenturnier ausgerichtet, das auch gute Meldezahlen verzeichnen konnte. Es sollte Squash hier in der Region fördern und somit den Sport wieder interessanter machen.

Wettkampfsport gibt es hier vor Ort aber schon seit ein paar Jahren keinen mehr. Woran machen Sie das fest?

ROLLER Grundsätzlich liegt es immer an den Vereinen und deren Verantwortlichen, dass ein regelmäßiges Training mit einem Coach für Interessenten und auch Jugendliche angeboten wird. In anderen Clubs funktioniert das, in Tarforst wird dies zumindest angeboten, in Konz allerdings momentan leider gar nicht.

Wie sind Sie zu dem Sport gekommen, was macht hier für Sie der Reiz aus?

ROLLER Als Student war zu Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf Anfang der Neunziger der Tennissport zwar reizvoll, allerdings auch kaum bezahlbar. So bin ich ´92 vom Tennis zum Squash gewechselt. Sofort war die Begeisterung bei mir da, da es ein Höchstmaß an Fitness und Technik verlangt, um erfolgreich Squash auf Wettkampfniveau zu spielen. Ein gutes Auge, taktische Raffinesse und Spielwitz sind um einiges ausgefeilter als beim Tennis oder Badminton.

Wie ist Ihre Laufbahn als Squash-Spieler bislang verlaufen?

ROLLER Begonnen habe ich 1992 in Tarforst und bin dann über Homburg/Saar nach Idar-Oberstein gekommen. Dort spiele ich inzwischen bereits seit über zehn Jahren. Viermal wurden wir seitdem Regionalligameister. Den Aufstieg in die Zweite und Erste Bundesliga haben wir allerdings nie umgesetzt, da hierfür das Budget nicht vorhanden war.

Interview: Andreas Arens