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Steinbruch im Schuh

Gelegenheiten zu Matsch läufen gibt es derzeit in Hülle und Fülle. Der Sommer hat sich nahtlos in Herbst verwandelt und holt gleichzeitig noch den April nach, wie es scheint.

Die Sonne tut es jeden=falls nicht oder zumindest nur sparsam und macht dann wieder Regenschauern Platz.
Wahren Läufern, also denen von der härteren Sorte, macht das natürlich nichts aus. Schließlich kann das Wetter nur so schlecht sein wie die Kleidung. Und wer erst einmal die ersten zehn Minuten joggend im Fettverbrennungsmodus überstanden hat, freut sich über die moderaten Temperaturen.
Jeder Spritzer auf der Wade sei für ihn eine Trophäe, hat einer meiner Freunde einmal nach so einem Lauf im Regen stolz verkündet. Nach seinen Maßstäben entsprechen meine Waden einem ganzen Trophäenschrank, wenn ich abseits befestigter Wege unterwegs bin. Ich habe es versucht, aber mein Laufstil lässteinfach nicht so modifizieren, dass ich bei Matschläufen keine Portion Dreck aufsammle. Das Zeug auf den Waden ist meistens Problem. Nur wenn die abbröckelnden Schlammpartikel nach dem Lauf zu Hause den Weg ins Bad markieren, droht Ärger.
Wirklich lästig ist allerdings der Steinbruch, den ich dank meiner Lauftechnik unweigerlich auf lockerem Untergrund in meinen Schuhen ansammle. Wer also irgendwo in der Walachei einen Läufer sieht, der im strömenden Regen auf einem Bein balanciert und Steine aus einem Schuh kippt, dann könnte ich das sein. Aber keine Sorge: Ich laufe weiter.
laufen@volksfreund.de