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Thema bei Kommunen und Vereinen: Sportstätten optimal nutzen

Thema bei Kommunen und Vereinen: Sportstätten optimal nutzen

Mit Sportentwicklungsplänen haben neben Trier derzeit viele weitere rheinland-pfälzische Kommunen zu tun. Wissenschaftler und rund 80 Vertreter von Kommunen, Sportverbänden und -vereinen haben sich beim Forum des Landessportbundes in der Trierer Sportakademie mit diesem Thema beschäftigt.

Trier. Wünschen kann man sich viel, aber nicht alles wird am Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum liegen. Wenn es um kommunale Sportstätten geht, ist es kaum anders, wie mit den Wunschzetteln, die dieser Tage geschrieben werden. Nicht alles, was sich der Sport wünscht, ist - vor allem finanziell - realisierbar. Ob Sanierung, Neubau oder die (scheinbar) banale Frage der Sportplatz- oder Hallenbelegung: Sportentwicklungspläne sollen den Verantwortlichen einen Leitfaden für Entscheidungen an die Hand geben.
Dabei ist schon allein die Beobachtung, wie groß die Auslastung von Sportanlagen ist, gar nicht so einfach, erklärte Werner Pitsch vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes beim Forum in der Trierer Sportakademie, zu dem etwa 80 Zuhörer aus Kommunen, Sportvereinen und Sportverbänden gekommen waren.
Studie über falsche Auslastung


In Neustadt an der Weinstraße habe man die Auslastung über mehrere Monate von zehn Studenten beobachten lassen. Das Ergebnis nennt Pitschs Kollege Christian Rullang das klassische Dilemma der Auslastungsplanung. Man habe herausgefunden, "dass nicht zu wenige Sportstätten zur Verfügung stehen, sondern dass sie nicht optimal genutzt werden". Im Widerspruch dazu steht Rullangs Aussage, dass es laut der Belegungspläne der meisten Kommunen keine oder nur ungenügend freie Kapazitäten gibt.
Die Bedürfnisse nach Sportmöglichkeiten zu befriedigen, sei aber nahezu überlebenswichtig für Gemeinden, sagte Eike Emrich. Der Vorsitzende des Kuratoriums Sportwissenschaft des Landessportbundes Rheinland-Pfalz nannte das Beispiel Pirmasens: Die Bevölkerung der Stadt in der Westpfalz schrumpfte seit 1970 um fast 18 000 auf rund 40 000 Einwohner. Eine Reduktion der Sportstätten würde laut Emrich die Stadt aber noch weniger attraktiv machen. "Insofern ist die Ausstattung mit Sportstätten und deren Erhalt ein wesentlicher Faktor", so Emrich. Der Lehrstuhlinhaber für Sportökonomie und -soziologie an der Universität des Saarlands sieht einen Zusammenhang zwischen subjektiver Lebenszufriedenheit und der Ausstattung einer Kommune mit Sportstätten. Die grundsätzliche Frage, ob Sport ähnlich der Kultur einen Wert an sich darstelle, sei aber noch nie diskutiert worden. teu