Traumkicker trumpfen auf

Beachsoccer: Flüchtlings- team aus Trier schafft es bis zum Regional- entscheid nach Bayern.

Trier Langsam, aber stetig entwickelt sich die Beachsoccer-Szene im Fußballverband Rheinland (FVR). Mit den Teilnehmerzahlen den Sommer über zeigt sich FVR- Vizepräsident Alois Reichert insgesamt zufrieden: "Gerade im Westen des Verbandsgebiets war die Resonanz beim Beachsoccer-Cup schon sehr gut." Ein Team war ein ganz besonderer Farbtupfer und hatte noch dazu einigen Erfolg: Über das vom FSV Kürenz ausgerichtete Qualifikationsturnier auf dem Trierer Petrisberg und das Rheinland-Finale in Dernbach schafften es die Trierer "Traumkicker" sogar bis zum Regionalentscheid im bayrischen Hirschau. Das Team besteht aus Flüchtlingen, die von der Organisation Palais e.V. betreut werden.
"In Hirschau war die Konkurrenz dann einfach zu stark. Was die Jungs geleistet haben, war aber aller Ehren wert", erinnert sich Reichert an die Wettkämpfe Ende Juli in der Oberpfalz. "Sie waren mit Feuereifer bei der Sache und entwickelten im Laufe der Turnierserie großen Ehrgeiz", berichtet Nina Kohlmeyer, pädagogische Palais-Mitarbeiterin
Dabei wäre es fast gar nicht zur Teilnahme der "Traumkicker" gekommen. Beim Eisessen in der Stadt traf Reichert mit Patrick Deutschen zufällig den Betreuer des Palais-Teams vom vergangenen Jahr: "Ich fragte ihn, warum er noch keine Mannschaftsmeldung abgegeben hätte. Zwar war er nicht mehr für das Team zuständig, konnte mir aber die Ansprechpartner nennen."
Ob für Mohammed (17) aus Afghanistan, den um ein Jahr älteren Gerye aus Eritrea oder etwa den ebenfalls 18-jährigen Mohammady aus Somalia: Die Erfahrung, auf Sand zu kicken, war für sie ziemlich neu. "Sehr anstrengend" sei es gewesen, sagen sie rückblickend, aber auch "sehr schön".
Gleich zwei Mannschaften schickten die "Traumkicker" beim Finale um den Beachsoccer-Cup in Dernbach ins Rennen. "Als es darum ging, die Stärkeren und die Schwächeren in jeweils ein Team zusammen zu fassen, wollte jeder bei den Besseren spielen", nennt Betreuerin Nina Kohlmeyer ein Beispiel für die hohe Motivation ihrer Schützlinge.
In einem spannenden und torreichen Finale besiegte hier die ebenfalls in Trier ansässige Alemannia "Imposand" die erste Garnitur der Traumkicker mit 6:5 nach Neunmeterschießen - nach der regulären Spielzeit hatte es 4:4 gestanden.
"Gerade die zweitägige Tour zum Regionalentscheid in die Oberpfalz hat den jungen Flüchtlingen imponiert. Es waren ganz neue Erfahrungen für sie. Solche Erlebnisse vereinfachen die Integration doch um einiges", stellt Kohlmeyer fest.
Da das Team "Imposand" aus terminlichen Gründen nicht nach Hirschau fahren konnte, rückte das drittplatzierte Team von Ascheballsport Kärlich nach, musste aber genauso wie die Traumkicker nach der Vorrunde die Segel streichen.
Den Beachsoccer-Ball, den Alois Reichert den Traumkickern als Anerkennung für die Erfolge in den vergangenen Wochen vor kurzem offiziell überreichte, komme "sicher nicht in eine Vitrine, sondern wird, so oft es geht, auch genutzt", kündigt Nina Kohlmeyer an.