Triathlon-Team aus Trier schafft Bundesliga-Klassenverbleib.

Triathlon : Aber Hauptsache Klassenerhalt ...

Was war das denn für ein kurioses Triathlon-Bundesliga-Finale für das Trierer Team?

Helmut Rach hat gestern wohl ähnlich viel Energie verbraucht wie das PSD Bank Team Tri Post Trier. „Ich bin total fertig“, meinte der Abteilungsleiter der PST-Triathleten nach dem Finale zur ersten Triathlon-Bundesliga. Seine Trierer erlebten trotz abenteuerlicher Anreisen von Jens Roth und Adam Rudgley sowie den Ausfällen von Andreas Theobald und Tim Dülfer ein glückliches Ende – es reichte für die Trierer zum Klassenerhalt.

„Das Schwimmen war brutal“, sagte selbst der ehemalige Leistungsschwimmer Jens Roth. Bei der ersten Boje seien die zwei großen Gruppen aufeinander getroffen. „Ich bin dann nach links aus dem Gewühl raus getaucht“, erzählt der 31-Jährige. „Ich habe auch versucht, mich da möglichst rauszuhalten“, sagt Timo Spitzhorn (Schwimmzeit: 8:48 Minuten). Nicht so gut erging es Andreas Theobald. Er bekam einen Fuß derart hart ins Gesicht, dass nach dem Wechsel aufs Rad nichts mehr ging. „Beim Schwimmen habe ich das noch nicht so sehr gemerkt, aber dann bekam ich heftig Kopfschmerzen.“ Er musste das Rennen vorzeitig beenden. Damit hatten die Trierer nur noch die Mindestanzahl von vier Athleten im Rennen. Aber für Roth, Spitzhorn und den Australier Adam  Rudgley sah es gut aus.

Das Trio fuhr auf dem Rad in der Verfolgergruppe mit Hawaii-Ironmansieger Patrick Lange 20 Kilometer vom Wannsee zum Olympiastadion. Spitzhorn erwischte den schnellsten Wechsel und ging als erster Tri-Postler auf die fünf Kilometer lange Laufstrecke. Zwar wurde er von Rudgley und Roth überholt, lief aber noch 16:39 Minuten und belegte den 49. Platz in der Gesamtwertung.

Roth machte seine Ankündigung wahr und lief trotz des Sieges beim Vulkan-Cross-Triathlon in Schalkenmehren keine 24 Stunden zuvor in 16:16 Minuten die fünf Kilometer seines Lebens. Als 44. der Gesamtwertung erreichte er sein bisher bestes Triathlon-Bundesliga-Resultat. Nur Rudgley (16:00) war aus dem Trierer Team in der Abschlussdisziplin schneller (Platz Gesamtwertung: 34). Der Australier hatte noch eine abenteuerlichere Anreise als Roth. Samstag stürzte er bei einem Triathlonrennen in Schweden. Zum Glück blieben sowohl er als auch sein Rennrad (bis auf einen platten Reifen) heil. Aber dann wollte ihn der Busfahrer nicht mit seinem Radkoffer nach Berlin transportieren. Letztendlich kostete die Radmitnahme 30 Euro extra. „Aber viel geschlafen habe ich nicht“, sagte Rudgley. Kurz nach sechs Uhr kam er pünktlich zum Frühstück im Tri-Post-Hotel an.

Ganz bitter war es für Tim Dülfer. Der 25-Jährige kämpfte auf dem Rad verwegen um den Anschluss. Die Krux: Weil Rad- und Laufstrecke rund um das Olympiastadion größtenteils identisch waren, musste er vor den ersten Läufern an einer bestimmten Stelle des Radparcours sein. Das schien auch zu klappen, bis ein Kameramotorrad ihm den Weg abschnitt. „Ich musste scharf bremsen, das Hinterrad stand quer“, erzählt Dülfer. Die zwei Sportler, mit denen er gleichauf war, waren weg. Das brach Dülfer das Genick. Um Sekunden erreichte er den entscheidenden Streckenabschnitt zu spät und wurde aus dem Rennen genommen.

Aber selbst nach diesem Rückschlag blickte Dülfer schon auf 2020. „Jörg Ullmann meinte, ich sollte ein paar Rennen in Frankreich machen, um Erfahrung in solchen Feldern zu sammeln“, berichtete er von den Tipps des ehemaligen Deutschen Triathlonmeisters aus Gerolstein. Der Ligaverbleib motiviert.

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