1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Trier: Der Europacup-Sieg als Höhepunkt

Rollstuhlsport : Der Europacup-Sieg als Höhepunkt

Trierer Rollstuhlbasketballer sind seit 35 Jahren eigenständig und haben in dieser Zeit sportlich und sozial einiges bewegt.

Eine große Feier war aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich. Zeit, mit Stolz zurückzublicken, blieb aber allemal: Vor 35 Jahren wurde der RSC Rollis Trier gegründet. Es war der Start für einen eigenständigen Verein im städtischen Rollstuhlsport. Die unter Doneck Dolphins Trier firmierende erste Mannschaft zählt längst zum festen Stamm der Bundesliga.

Nach Unstimmigkeiten mit dem ehemaligen Stammverein TVG Trier beschlossen Otmar Passiwan und 16 Mitstreiter zum 1. Juni 1985 einen eigenen Club aus der Taufe zu heben. Neben Rollstuhlbasketball boten die Rollis auch Tischtennis und verschiedene andere Rollstuhlsportarten an. Die Gründung einer Kinder- und Jugendabteilung folgte dann im Jahre 1997.

Nach dem ersten Jahr in der Regionalliga Mitte gelang den Basketballern nicht nur direkt der Aufstieg in die 2. Liga Süd, sondern mit 28:0 auch gleich ein Punkterekord. Und der Nachname des damaligen Topscorers der Saison, Otmar Passiwan, ist durch seinen Sohn Dirk ein  in der Topscorerliste der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL)  bis heute noch sehr vertrauter Begriff. Nur wenige Jahre später folgte der Aufstieg in die  Bundesliga. Nach 23 Jahren Erstligazugehörigkeit sind die Trierer aus der deutschen Eliteliga nicht mehr wegzudenken.

Im Laufe der Jahre haben die Dolphins auch eine ganze Reihe Nationalspieler gestellt, wie etwa früher Klaus Weber, Silke Bleifuss und Sebastian Spitznagel. Aktuell vertreten nicht nur Dirk Passiwan und Nathalie Ebertz die Dolphins international, sondern auch mehrere Juniorenauswahlspieler.

Viele ehemalige und aktuelle Akteure haben zudem ihre RBBL-Karriere in Trier begonnen. Sei es, dass die Dolphins sie nach Deutschland geholt haben, wie zum Beispiel Janet McLachlan, Karlis Podnieks und Mariska Beijer oder sie selbst ausgebildet haben. Neben Dirk Passiwan sind hier unter anderem Kai Frank und Valeska Finger zu nennen.

Höhepunkte der Vereinsgeschichte waren bislang der Gewinn des Europapokals 2015 im spanischen Getafe sowie diverse Playoff-Teilnahmen. Weitere Höhepunkte waren die jahrelange Ausrichtung des Pfingstcups mit Teams aus ganz Europa und in jüngerer Zeit das Jedermannturnier, bei dem Nichtbehinderte die Möglichkeit haben, Rollstuhlbasketball in Turnierform auszuprobieren und so den inklusiven Gedanken in die Tat umzusetzen.

Doch auf den eigentlich größten Erfolg ist nicht nur Vereinsgründer und Rollis-Vorsitzender Otmar Passiwan mächtig stolz, nämlich „dass wir uns als kleiner, sehr familiärer Verein mit bescheide­nen finanziellen Mitteln in der ersten Liga behaupten können und dort mittlerweile zu den etabliertesten Vereinen gehören“. Gemeinsam werde man auch die Zukunft angehen: „Wir hoffen auf eine weiterhin erfolgreiche Zeit.“ Um dieses Ziel zu erreichen, wollen die Dolphins auch in Zukunft auf ihre sehr gute Jugendarbeit setzen und dazu noch weitere entwicklungsfähige Spieler nach Trier lotsen, um auch für die nächsten 35 Jahre gut gerüstet zu sein.