Trierer Richard Schmidt zum dritten Mal Weltmeister

Trierer Richard Schmidt zum dritten Mal Weltmeister

20 Jahre nach dem ersten WM-Hattrick hat der Deutschlandachter das Kunststück gestern wiederholt. Die Mannschaft mit Richard Schmidt vom RV Treviris Trier feierte in Bled den 30. Sieg in Folge.

Trier/Bled. Nach zwei Kilometern, fünf Minuten und 28,81 Sekunden Höchstleistung schrien sie die Anspannung heraus. Wie ein Boxer nach gewonnenem Kampf reckte Richard Schmidt seine muskulösen Arme in die Höhe. Der Trierer und Schlagmann Kristof Wilke, sein Zweier-Partner, Florian Mennigen, Lukas Müller, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Andreas Kuffner, Gregor Hauffe und Steuermann Martin Sauer beglückwünschten sich: Der Deutschlandachter ist zum dritten Mal in Folge Weltmeister. "Das ist sensationell. So eine Serie haben bisher nur ganz wenige hingelegt. Das ist schon etwas sehr Besonderes. Darauf bin ich stolz", sagte Schmidt dem TV.
Zuletzt gelang einem deutschen Achter in den Jahren 1989, 1990 und 1991 der Hattrick. Damals wie heute heißt der Trainer Ralf Holtmeyer.
Das Ergebnis auf dem Bled-See war vielleicht schon ein Fingerzeig auf das Olympia-Rennen 2012 in London: Die Briten waren die Einzigen, die nicht eine ganze Bootslänge hinter den Deutschen lagen. Olympiasieger Kanada verlor bereits 2,37 Sekunden.
Der Trainer versuchte vor dem Finale den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Nach 29 Siegen in Folge auf der olympischen 2000-Meter-Distanz warteten alle auf die erste Niederlage. Doch das deutsche Flaggschiff dominierte wie im Vorlauf und Halbfinale. Bereits nach einem Viertel der Strecke lag der Deutschlandachter in Führung. Sie taten das, was Schmidt angekündigt hatte: der Konkurrenz ein hohes Tempo aufzwingen und die eigene physische Stärke ausspielen.
Im Finale fuhr der Deutschlandachter erstmals bei dieser WM einen Endspurt. "Die letzten 500 Meter sind wir noch einmal richtig angegangen, damit wir das Ding sicher machen", sagt Schmidt. Zwingend notwendig war diese Kraftanstrengung nicht.
Wie die Siegesfeier aussehen werde, konnte Schmidt kurz nach der Siegerehrung noch nicht sagen. Der Wirtschaftsingenieurstudent freut sich darauf, dass er noch drei Tage Ruder-WM als Zuschauer erleben kann. Normalerweise bildet das Achter-Finale den Schlusspunkt, und es gibt kaum Möglichkeiten, andere Rennen zu verfolgen. Die Daumen drücken kann Richard Schmidt heute Jost und Matthias Schömann-Finck. Die Brüder aus Zeltingen-Rachtig wurden mit Jochen und Martin Kühner aus Saarbrücken im Halbfinale der Leichtgewichts-Vierer nur Fünfte. Im B-Finale heute um 10.13 Uhr dürfen sie nicht Letzte werden, um die Olympia-Qualifikation zu schaffen. teu
Gratulanten: Kurz nach dem Triumph in Bled erreichten Richard Schmidt die ersten Glückwünsche aus der Heimat. Nils Kritzler, zweiter Vorsitzender des RV Treviris Trier, schickte eine SMS. Mehrere Vereinsmitglieder übermittelten Grüße via Facebook. "Wir sind stolz auf Richard. Das war mit Blick auf Olympia 2012 eine starke Leistung des Achters", sagte Kritzler zum TV. Der RV Treviris hofft, Schmidt trotz dessen vollen Terminkalenders bald in Trier für den großen Erfolg ehren zu können. bl