| 20:34 Uhr

Trierer Sprinter Pieper schafft beim Heimspiel das doppelte Doppel

Trier. Eine erfüllte WM-Norm, ein neuer und ein eingestellter Stadionrekord und acht strahlende Landesmeister aus der Region - ohne das wechselhafte Wetter hätte bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Trier nur eitel Sonnenschein geherrscht.

Trier. Am Samstag um 13.35 Uhr schien über dem Moselstadion mal wieder für kurze Zeit die Sonne und der Wind flaute etwas ab. Das nutzte Kristina Gadschiew, um zum Höhenflug des Tages anzusetzen. Im zweiten Versuch übersprang die Hallen-EM-Dritte 4,55 Meter. Das war nicht nur der Sieg mit WM-Norm im Stabhochsprung, sondern auch Stadionrekord. Angesichts der schwierigen Witterungsbedingungen und der nicht mehr zeitgemäßen, fast 30 Jahre alten Stabhochsprunganlage, verzichtet Gadschiew auf weitere Sprünge. Bei den Männern egalisierte Daniel Clemens mit 5,00 Metern den Stadionrekord.
WM-Form bewies auch U20-Weltmeister Till Wöschler mit 79,82 Metern im Speerwurf. Als Vizemeister folgte Stephan Theimert (LG Vulkaneifel/53,80) mit respektvollem Abstand. Auf der Laufbahn glänzte der wie Gadschiew, Clemens und Wöschler für Zweibrücken startende US-Amerikaner Marlon Odom mit 13,87 Sekunden über 110 Meter Hürden.
Nachdem sich Christopher Pieper bereits bei der Jugend die Landestitel über 100 Meter und 200 Meter geholt hatte, schaffte der 19-Jährige vom Post-Sportverein Trier (PST) das Doppel auch bei den Männern. Trotz 1,5 und 2,4 Metern pro Sekunde Gegenwinds lief der Deutsche Jugendhallenvizemeister 10,85 Sekunden und 22,04 Sekunden. Bei der B-Jugend (bis 17 Jahre) verpasste Vereinskamerad Simeon Melts zweimal knapp eine Medaille.
Auf den Mittel- und Langstrecken gingen bei den Männern alle Titel nach Trier. "Ich dachte, bei dem Wind wird gebummelt", sagte Marc Kowalinski nach seinem ersten 800-Meter-Lauf seit zwei Jahren. Doch die Brüder Michael und Tobias Riker aus Bingen sowie Alexander Ressemann (Edenkoben) machten das Rennen schnell. Die beste Endbeschleunigung hatte jedoch der mit 32 Jahren zweitälteste Läufer im Feld: Kowalinski siegte in 1:53,50 Minuten.
Zuvor hatte sich Matthias Deutschen (2:06,93) den B-Jugend-Titel gesichert. Über 1500 Meter belegten mit Mona Reuter (4:49,12) und Enrico Zenzen (4:06,89) ebenfalls PST-Athleten die ersten Plätze. Den wohl überraschendsten Titelgewinn feierte Susanne Kessler. Die 16-Jährige von der LG Bernkastel-Wittlich blieb über 400 Meter in 59,44 Sekunden erstmals unter einer Minute.
Zum Abschluss der Landesmeisterschaften machte Kowalinski über 5000 Meter Tempo für den PST-Nachwuchs. Den in 15:19,51 Minuten persönliche Bestzeit laufende Dominik Werhan überließ er den ersten Platz. Alexander Bock und Lucas Theis blieben ebenfalls unter der Jugend-DM-Norm (15:45). teu