Überraschender Rücktritt von Eintracht-Trier-Präsident Meeth sorgt für Wirbel.

Präsident verlässt SVE : Eintracht Trier: Meeth geht, die Fragen bleiben

Schnelles Ende: Der kurzfristige Rücktritt von Helmut Meeth als Präsident des Fußball-Oberligisten Eintracht Trier nach nur einem Jahr wirft viele Fragen auf. Darauf antworten will der SVE nicht vor Dienstagabend.

Ein gutes Wochenende liegt hinter Eintracht Trier – wenn man sich auf das rein Sportliche konzentriert: 4:0-Sieg im Testspiel gegen den luxemburgischen Erstligisten US Bad Mondorf. Darauf kann das Team von Trainer Josef Cinar aufbauen.

Das große Gesprächsthema bei Eintracht Trier ist aber seit Samstagabend ein anderes. Um 19.31 Uhr schickte der Verein unter dem Betreff „Erklärung zum Rücktritt von Helmut Meeth“ eine Pressemitteilung, die es in sich hat: „Der Präsident des S.V. Eintracht Trier 05 e. V., Helmut Meeth, ist mit Schreiben vom 4. Juli 2019 mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Die verbleibenden Vorstände Roman Gottschalk und Horst Brand werden am kommenden Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung mit dem aus acht Personen bestehenden Beirat des Vereins die weitere Vorgehensweise und die sich daraus ergebenden Konsequenzen erörtern.“ Vorher wolle man sich nicht näher äußern.

Das vermeldet den Rücktritt Meeths, erklärt ihn aber nicht. Von der Eintracht war am Sonntag nur Björn Berens von der Geschäftsstelle zu erreichen. Er bittet um Verständnis, dass er keine Fragen zum Rücktritt beantworten könne: Erst nach Dienstagabend, vorher geht nichts. Helmut Meeth reagierte bis Sonntagabend nicht auf TV-Anfragen.

Einer geht dann doch ans Telefon. „Der Rücktritt von Helmut Meeth hat mich überrascht“, sagt Dieter Friedrich. Weiter kommentieren will er die Personalie nicht: Dafür sei er nicht mehr nah genug dran am Verein, den er im vergangenen Jahr verlassen hatte. Friedrich war im September 2018 als Finanzvorstand der Eintracht zurückgetreten. Grund waren Differenzen mit Meeth. Dessen Amtszeit lief eigentlich noch bis 2020. Gesteckte Ziele wie die Rückkehr in die Regionalliga und eine deutliche Erhöhung der Mitgliederzahl wird er nicht mehr in verantwortlicher Position beim Club erleben.

Die Facebook-Reaktionen von den Fans fallen sehr unterschiedlich aus. Von „es ist zwar sehr schade, trotzdem wird es weitergehen“ über „Ich glaube, der Rücktritt ist gut für unseren Club“ bis hin zu „Der große Heilsbringer – es war so klar“.

Offen bleibt, ob das Meeth-Aus direkte Auswirkungen auf das Saison-Budget haben wird. Meeth hatte in einem TV-Interview angekündigt, ab der Spielzeit 2019/20 auch als Sponsor bei der Eintracht einzusteigen. Ist das Engagement damit erledigt – oder gibt es schon gültige Sponsorverträge? Hängt der Abschied zusammen mit den Finanzen des Clubs? Auch darauf gibt es keine Antworten. Der Verein ist wohl mit einem überschaubaren Minus aus der vergangenen Saison gegangen (das Bilanzjahr endete am 30. Juni, die Bilanz liegt aber noch nicht vor). Bei der Mitgliederversammlung des Clubs im April sprach Meeth von einem Minus im fünfstelligen Euro-Bereich. Ende Juli beginnt für die Eintracht der nächste Anlauf Richtung Regionalliga. Helmut Meeth wird nicht auf der Bank sitzen. Aber ein paar Fragen dürften dann geklärt sein.