Und in Verviers wartet jemand Besonderes

Und in Verviers wartet jemand Besonderes

Warum Radsportfans aus der Region nach Frankreich reisen und was einen Mann von der Mosel nach Belgien zieht.

Wittlich/Daun/Erden Die Tour de France ist ein Magnet. Jährlich zieht sie Zehntausende Menschen an die Strecken, die dort ihrer Radsport-Begeisterung frönen, aber auch Land und Leute kennenlernen möchten. So auch etliche Menschen aus der Region. Ein paar von ihnen stellen wir an dieser Stelle vor.
Walter und Gisela Lescher aus Wittlich-Dorf fahren seit 2004 regelmäßig mit der Tour. Beide sind Gründungsmitglieder des RC Stahlross Wittlich. In diesem Jahr sind die beiden Wittlicher mit einem VW-California-Bus erneut unterwegs auf den Spuren der Tour de France. "Wir haben das so gelegt, dass es nicht in Stress ausartet, wir wollen ja auch ein bisschen Urlaub noch dabei haben", erzählt Walter Lescher. Er betont: "Mir geht's hauptsächlich ums Fotografieren." Das Paar sucht sich deshalb in der Regel schwierige Bergetappen mit den spektakulärsten Fotomotiven aus. So wie etwa die schwere Vogesen-Etappe am kommenden Mittwoch über 160,5 Kilometer von Vittel nach La planche des belles filles. Die Leschers werden auch Tour-Teilstücke bei Chambéry, in den Pyrenäen, oder auf der superschweren 18. Etappe von Briancon hinauf auf den Col d'Izoard besuchen.

Auch Rudolf Leif und Herbert Schneider aus Daun sind seit vielen Jahren regelmäßige Besucher des dreiwöchigen Radsport-Spektakels. Das aber gilt nicht nur für Frankreich, sondern auch für Italien. Für den Giro d'Italia: Ihre bevorzugten Standorte bei der Frankreich-Rundfahrt schildert Leif dem TV: "Bei der Tour l'Alpe d'Huez oder der Mont Ventoux in Südfrankreich. Alleine die Fahrt durch die Lavendel-Felder der Provence ist schon ein Fest für die Sinne." In L'Alpe, das in diesem Jahr nicht gefahren wird, haben die beiden ihren festen Platz, aus Bourg d'Oiasans herauf: "In Kurve fünf waren wir schon ein paar Tage vorher." Die beiden Eifler Radsport-Enthusiasten sind dann mit dem Wohnmobil unterwegs und tun es vor Ort den Profis gleich: "Wir haben unsere Räder dabei und sind vor Ort unterwegs. Das machen aber viele Tour-Touristen so." In diesem Jahr haben die beiden aus besonderem Anlass dem Giro den Vorzug vor der Tour gegeben: "Es war der 100. Giro d'Italia, da wollten wir dabei sein." Und sie hatten sich wieder spektakuläre Ziele ausgesucht: Das Stilfser Joch (Stelvio) oder Madonna di Campiglio. "Da schlagen die radsportbegeisterten Italiener ihre Zelte auf."
Auch Herbert Weber aus Erden an der Mosel, seit vielen Jahren Tour-Stammgast, hat für dieses Jahr schon vieles in trockenen Tüchern. Schon einen Tag vor dem Grand départ in Düsseldorf am Rheinufer geht's los für den Mann vom RSC Erden. Natürlich wieder mit Wohnmobil und natürlich wieder mit eigenen Rädern. "In Düsseldorf treffe ich mich mit Bekannten aus Hamburg, aus Stolberg und von der Schwäbischen Alb." Etwas Besonderes hat er zum Start der dritten Etappe in Verviers geplant. "Dort treffe ich die Tochter von Theo Pirmez, der die Tour de France in den 1930er Jahren fuhr. Sie heißt Denyse Collette. Sie und ihren Mann Albert Herve habe ich vor Jahren an einem Berg bei Chamrousse kennengelernt. Seitdem haben wir Kontakt. Jetzt will ich sie zu Hause in Verviers besuchen."

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