1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Vom Maare-Mosel-Radweg in die Loipe

Vom Maare-Mosel-Radweg in die Loipe

Auch wenn sie nur selten auf Schnee trainieren können, stoßen die Nachwuchs-Skilangläufer aus der Eifel immer wieder in die nationale Spitze vor. Jan Stölben vom SLV Ernstberg belegte am vergangenen Wochenende beim nationalen Schülercuprennen in Todtnau den vierten Platz.

Todtnau. Was macht ein Skilangläufer ohne Schnee? Für Jan Stölben keine Frage: Ski fahren! Und zwar auf Rollen und auf dem grauen Asphalt des Maare-Mosel-Radwegs statt über weißen Untergrund. "Im Schnee ist es natürlich deutlich schöner", sagt der knapp 15-Jährige aus Manderscheid.
"Man wird manchmal angeguckt, als käme man von einem anderen Planeten. Aber da gewöhnt man sich dran", erzählt Jan Stölben, dass sich noch alle Radwegnutzer an den schnellen Rollerskifahrer mit seinen langen Stöcken gewöhnt haben.
Aber mit dem konsequent durchgeführten Alternativtraining kann man auch gegen die schneeverwöhnte Konkurrenz bestehen. Den Beweis erbrachte Stölben am zweiten der drei Wettkampfwochenenden zum Deutschen Schülercup im Schwarzwald (die Rennserie kommt für die unter 16-Jährigen einer Deutschen Meisterschaft gleich).
Als Vierter im Fünf-Kilometer-Einzelzeitfahren ließ er etliche höher gehandelte Konkurrenten hinter sich. "Ich kam ins Ziel, und es wurde durchgesagt, dass ich mit 28 Sekunden Vorsprung der Führende bin", erzählt Jan Stölben vom Gänsehautgefühl, als er nach 14:19,1 Minuten im dichten Schneetreiben die Strecke hinter sich gebracht hatte. Dann hieß es warten. Weil der Schüler des Dauner Geschwister-Scholl-Gymnasiums im Prolog am Vortag nur den 20. Platz belegt hatte, war er entsprechend früh ins Rennen gegen die Uhr geschickt worden. Die Cup-Besten folgten zum Schluss. Aber nur drei Läufer konnten Stölbens Zeit noch unterbieten. Sieger Tim Seifert (Klingenthal) war knapp 40 Sekunden schneller.
"Der Schnee war recht langsam, aber mein Ski lief gut", rechnet Stölben einen Teil des Erfolgs auch der Arbeit seines Betreuers Niklas Butzen an.
Der Mehrener hatte kurzerhand seinen Kleinbus zum Wachsmobil umfunktioniert, um die Ski seines Schützlings optimal zu präparieren. Jetzt freut sich Stölben auf das Massenstartrennen beim Schülercup-Finale in Ruhpolding im März.
"Ich glaube, das liegt mir, weil ich den Massenstart vom Laufen her gewohnt bin", sagt der Sohn der ehemaligen Rheinland-Pfalz-Mittelstreckenmeisterin Christine Stölben (unter ihrem Mädchennamen Reck), der auch ohne Ski schnell unterwegs ist.