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Vorjahresmeister verliert Derby

Vorjahresmeister verliert Derby

Im Abstiegsderby hat die SpVgg. Minderlittgen-Hupperath beim Rivalen in Wittlich mit 2:1 gewonnen und noch vor dem Jahres-Finale den Grundstein für den Klassenerhalt gelegt. Während die Gäste das Hinspielergebnis umkehrten, hat für den Vorjahresmeister Wittlich der Abstiegskampf jetzt richtig begonnen.

Wittlich. Oleg Tintor konnte seine Enttäuschung über den Auftritt seiner Mannschaft kaum verbergen. Zwar war der Wittlicher Spielertrainer um Fassung bemüht, doch zeugen seine wenigen, aber griffigen Worte von klarem Realitätssinn. "Die Laufarbeit war katastrophal in der zweiten Halbzeit. Ich bin sehr enttäuscht, die Spieler haben noch nicht begriffen, dass das Abstiegskampf ist." Die Schönspielerei ist für den ehemligen Salmrohrer Oberligaspieler ohnehin vorbei, man müsse auch mal "dreckig spielen und Spiele über den Kampf gewinnen." Das taten seine Mitspieler am Freitagabend nicht oder nur phasenweise. Für den Tabellenvorletzten ging es im prestigeträchtigen Derby gegen den Aufsteiger um sehr viel. Die ersten 20 Minuten gehörten auch den Säubrennern, die mit Vertikalpässen in die Schnittstellen ihre schnellen Stürmer bedienten. So wurde es immer dann gefährlich, wenn Tintor oder Christoh Krähling Zuckerpässe aus dem Fußgelenk spielten und Julian Lames, Nils Thörner oder Benedikt Schlösser auf die Reise schickten. So resultierte die Wittlicher Führung auch aus einer solchen Situation: Krähling hatte geschickt durchgesteckt, Thörner einen Diagonalball auf Lames gespielt, der gegen die Laufrichtung des ausgezeichneten Gästekeepers Markus Peters vollendete - 1:0 (25.). Doch dann wars vorbei mit der Herrlichkeit der Hausherren, die sich fortan in die Defensive gedrängt sahen. Spielertrainer Thomas Schäfer führte geschickt Regie und kam selbst zu guten Chancen. Ein Freistoß von Marc Lieser landete beim aufgerückten Kapitän Tim Pesch - als dieser per Kopf einnickte, stand es 1:1 (34.). Wittlichs Nino Fuchs und Gästestürmer Tom Welter verpassten ein höheres Halbzeitergebnis. Auch im zweiten Durchgang blieb es ein laufintensives, enges und spannendes Derby mit vielen Torraumszenen. Ein Tintor-Freistoß lenkte Peters um den Pfosten, Schäfer hatte dann die Riesenchance zur Gästeführung und Fuchs fand erneut in Peters seinen Meister. Der Aufsteiger verteidigte geschickt und suchte über die Außen zu Chancen zu kommen. Das gelang vornehmlich in der zweiten Hälfte richtig gut. Fleschs Schuss segelte knapp am Wittlicher Gehäuse vorbei - Christoph Merges spitzelte den Ball aus Nahdistanz mit der Hacke an den Pfosten. Wittlich agierte zu passiv und scheute das Risiko, während Minderlittgen die Chance erkannte, beim Vorjahresmeister sogar zu gewinnen. Zwar besaß Wittlich mit Tintor und Krählings Kopfball noch zwei gute Möglichkeiten, die Gäste aber spielten zielstrebiger und schneller. Welter und Merges liefen ihren Gegenspielern davon und als Merges den Ball nach einem Distanzschuss fünf Minuten vor Schluss über die Linie drückte, war der Jubel bei den mitgereisten Gästefans riesengroß. "Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg verdient. Wir sind heute für eine engagierte Gesamtleistung des Teams belohnt worden", resümierte Minderlittgens Trainer Thomas Schäfer. SG Wittlich / Lüxem II: Dirk Caspari, Christian Dreis, Benedikt Schönhofen, Benedikt Schlösser, Julian Lames, Jan Friedrich, Christoph Krähling, Sebastian Schug, Oleg Tintor, Nino Fuchs (68. Kevin Furchner), Nils Thörner - Trainer: Oleg Tintor Spvgg Minderlittgen-Hupperath: Markus Peters, Marius Teusch, Johannes Flesch, Tim Pesch, Thomas Schäfer (53. Hans-Jonas Schlig), Stefan Schüller, Mario Pauli, Tom Welter, Marc Lieser (62. Christoph Merges), Alexander Kopp, Jan Lieser (74. Nikolas Kirsch) - Trainer: Thomas Schäfer Schiedsrichter: Naemi Breier - Zuschauer: 150 Tore: 1:0 Julian Lames (25.), 1:1 Tim Pesch (32.), 1:2 Christoph Merges (86.)