Warten, schieben, helfen

800 Kilometer in acht Tagen fahren rund 300 Jugendliche von Samstag an bei der Fairplay-Tour. Aus Bekond kommt eine der 25 Teilnehmergruppen, die an der Benefiz- und Demonstrationsfahrt teilnehmen.

Bekond/Trier. Flora Lafos ist nicht sportlich. Das sagt die 16-Jährige jedenfalls über sich. Aber seit drei Monaten schwingt sie sich bis zu dreimal wöchentlich aufs Fahrrad, um für die Fairplay-Tour zu trainieren. "Viele aus meinem Freundeskreis waren schon dabei und kamen total begeistert zurück", erzählt Flora.
"Am Anfang war es schon sehr anstrengend. Ist es immer noch, aber mittlerweile geht es", sagt sie über ihre Fitness. Ein bisschen unsicher war die 16-Jährige schon, als sie sich den Fairplay-Tour-Radfahrern anschloss. Aber schon beim Training zeigte sich der Fairplay-Gedanke: "Ich war nie allein hinten und nie hat sich jemand aufgeregt, dass ich so langsam bin und sie auf mich warten mussten", erzählt die Schülerin, die nach jedem Training stolz auf immer neue persönliche Kilometerrekorde ist. Am Samstag auf der Fairplay-Tour wird sie mit einer fast 130 Kilometer langen Etappe starten.
"Die Gruppendynamik macht es", sagt Werner Schneider, einer der erwachsenen Begleiter. "Wir haben noch nie ein Training abbrechen müssen. Wenn einer zum anderen sagt: Das schaffst du, dann klappt es auch." Wichtig sei, dass das Radfahren bei aller Anstrengung Spaß macht und sie den Grund für die selbst auferlegten Strapazen im Auge haben: fair miteinander umgehen, den Fairplay-Gedanken nach außen tragen und Gleichaltrigen, denen es weitaus schlechter geht, helfen. Mit der Fairplay-Tour werden seit 1999 Spenden für Entwicklungsprojekte im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda gesammelt.
"Ich habe letztes Jahr viel Geld gesammelt, indem ich zu Firmen, Verwandten und Bekannten gegangen bin und von der Tour erzählt habe", erklärt Ramón Kuhnen. Auch für den trainierten Radsportler, der Mountainbike-Rennen fährt, ist die Fairplay-Tour und das Training anstrengend: Er hilft schwächeren Fahrern schiebend manchen Berg hinauf. "Man hält zusammen. Man ist ein Team", erklärt Claire Botzet. Die 17-Jährige, die bereits zum vierten Mal mitfährt weiß, dass gegenseitige Hilfe eine Voraussetzung für den Gesamterfolg ist. teu