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Wehmütige Pudeljungen

Ende einer Ära: Zum letzten Mal spielte der Keglerverband Trier-Stadt und -Land auf den Bahnen in Heiligkreuz seinen Meister und Pokalsieger aus. Nach 66 Jahren löst sich der Verband auf – es fehlt an Nachwuchs. TV-Foto: Sebastian Schwarz
Ende einer Ära: Zum letzten Mal spielte der Keglerverband Trier-Stadt und -Land auf den Bahnen in Heiligkreuz seinen Meister und Pokalsieger aus. Nach 66 Jahren löst sich der Verband auf – es fehlt an Nachwuchs. TV-Foto: Sebastian Schwarz FOTO: Sebastian J. Schwarz (g_sport
Trier. Der 1951 gegründete Kegelsportverband Trier hat sich aufgelöst. Andreas Feichtner

Trier Mit 66 Jahren fängt das Leben an, sang einst Udo Jürgens. Vor genau 66 Jahren wurde der Keglerverband Trier-Stadt und -Land gegründet - aber der Verband ist seit dem letzten Wochenende Geschichte: Am Freitagabend fanden auf den Bahnen der Kegelsportanlage in Trier-Heiligkreuz die letzte Meisterschaft und Pokalrunde der Kegler statt.
Ein bisschen Wehmut ist dabei, sagt Christian Scharrer dem TV. 35 Jahre lang war er Schatzmeister beim Verband, der in dieser Form einmalig in Deutschland war: Nur dort wurde nach dem System "Rheinische Preispartie" gespielt, in dem auf insgesamt zwölf Bilder gekegelt wurde - anders als etwa bei den Sportkeglern, die sich unterschiedlichen Ligen messen. "Es ist schon schade. Aber im Lauf der Jahre ist die Zahl der Mannschaften immer weiter gesunken", sagt Scharrer, der 1962 bei seinem Team, den "Lauten 13", in der Gaststätte Moselgarage in Trier angefangen hatte.
Die Mannschaften verteilten sich nicht nur auf Stadt Trier und den Landkreis. "Wir spielten auch in Bitburg oder Reil", erinnert sich Scharrer. "Aber wir finden keinen Nachwuchs, die haben kein Interesse. Bei uns sind viele Kegler um die 70 Jahre", sagt Scharrer. Die Zahl der Mannschaften sei kontinuierlich gesunken.
Früher waren mal 400 bis 500 Kegler in zwischenzeitlich bis zu 58 Mannschaften unter dem Dach des Verbands organisiert. Teams blieben über viele Jahrzehnte dabei, wie "Charmantgen" aus Trier-Olewig oder die "Bösen Buben" Kernscheid. Auch andere Namen lassen erahnen, dass es zwar ambitioniert, aber nicht immer bierernst zugehen musste: Schlusslicht Trier, die Flotten Bienen, Blaue Jungens Rodt, Gute Laune Zewen oder Selten Neun Leiwen.
Die allerletzten Titelentscheidungen sind am Wochenende gefallen: Neuer Verbandsmeister sind die Pudeljungen Bekond (vor Gut Holz Wehr und Gut Schluck Oberbillig), Pokalsieger wurde Gut Holz Wehr.

Vom Stadtverband wurden zudem drei Ehrenamtliche geehrt: Der 1. Vorsitzende Jürgen Berg (15 Jahre), Schriftführer Herbert Justen Justen für 25 Jahre sowie Schatzmeister Christian Scharrer für 35 Jahre im Einsatz für den Verband.