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Weihnachten in der Wüste

 Spielen sich warm für die Wüste: Die zwölfjährige Charlotte Sanati von der SG Trier und der vier Jahre jüngere Tillmann Marschall vom PST Trier nehmen über Weihnachten an den Jugend-Schachweltmeisterschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten teil. TV-Foto: Holger Teusch
Spielen sich warm für die Wüste: Die zwölfjährige Charlotte Sanati von der SG Trier und der vier Jahre jüngere Tillmann Marschall vom PST Trier nehmen über Weihnachten an den Jugend-Schachweltmeisterschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten teil. TV-Foto: Holger Teusch
Trier/Al-Ain. Auf weiße Weihnacht brauchen Charlotte Sanati und Tillmann Marschall nicht zu hoffen. Die zwölf und acht Jahre alten Schachspieler von SG und PST Trier nehmen ab dem kommenden Dienstag an der Jugend-Schachweltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten teil. Holger Teusch

Trier/Al-Ain. Weihnachten in der Sonne? "Ich finde das cool. Man ist ja nicht jedes Jahr über Weihnachten in der Wüste", sagt Charlotte Sanati. "Ich würde schon gerne zu Hause sein", sagt dagegen Tillmann Marschall. Aber eins ist den beiden jungen Schachspielern gemeinsam: Die Jugend-Weltmeisterschaft, die am Dienstag beginnt und bis zum 29. Dezember dauert, verspricht für beide ein großes Erlebnis zu werden.
Charlotte Sanati hat da schon Erfahrung. Zweimal war die Siebtklässlerin des Trierer Humboldt-Gymnasiums Deutsche Meisterin (2010/11) in ihrer Altersklasse. In diesem Jahr gewann sie den U-12-Vizetitel. Vor zwei Jahren nahm Sanati schon einmal an den Weltmeisterschaften, damals in Brasilien, teil. Damals kam sie mit dem 28. Platz, vielen neuen Eindrücken aus einer anderen Kultur und Erinnerungen an Begegnungen mit vielen anderen jungen Schachspielern aus aller Welt nach Hause.
Die Aufregung ist groß


Ihr Tipp für Tillmann Marschall: "Viel Spaß haben und versuchen, das Beste zu geben - aber das macht man ja immer!" Der Achtjährige ist vor seiner ersten Weltmeisterschaft aufgeregt. "Ich übe schon mehr, aber auch nicht so viel. Ich will ja auch noch andere Sachen machen", sagt der Drittklässler der Trierer St.-Martin-Grundschule. In seiner Freizeit jagt er wie andere Jungen in seinem Alter gerne dem Fußball hinterher.
Auch zum Schach kam Marschall unter freiem Himmel. Im Frühjahr 2011 begann er mit seinem Vater Christian auf einem Außenschachfeld mit dem Spiel der Könige. Zunächst ohne Figuren. Die waren vom Winter noch eingemottet. Sie hätten die Figuren simuliert, berichtet Tillmanns Vater und gibt ein Beispiel: "Wenn ich jetzt ein Bauer wäre und du ein Läufer, was könnte jetzt passieren?" Bei "Trier spielt" knüpfte Marschall dann Kontakt zur PST-Schachabteilung.
Was ihm am Schach gefällt? "Es gibt viele Möglichkeiten, Varianten und Strategien", sagt er. Schach sei wie ein kleines Abenteuer.
Dem stimmt Charlotte Sanati zu: "Es ist immer wieder eine neue Herausforderung. Das Spiel ist immer anders. Man weiß nie, was auf einen zukommt."
Was sie von Dienstag an in der Oasenstadt Al-Ain erwartet, kann Sanati trotz ihrer Erfahrung aus Brasilien auch nicht sagen: "Ich kann meine Gegner nicht so gut einschätzen. Es stehen bestimmt 60 Mädchen ohne Wertungszahl auf der Liste. Aber das heißt noch nicht, dass die schwach sind. Ich denke, es wird bestimmt noch schwerer als vor zwei Jahren." Sanatis Wertungszahl, die sogenannte Elo-Zahl, liegt bei 1759. In der Rangliste der 144 Teilnehmerinnen der Klasse U 12 steht sie an 34. Position. In Marschalls Klasse U 8 sind sogar 178 Teilnehmer gemeldet. Die meisten wie Tillmann ohne Elo-Zahl.Extra

Modus: Bei der Jugend-WM spielen alle Teilnehmer elf Runden. Nur der erste Weihnachtsfeiertag ist spielfrei. Für ein gewonnenes Spiel gibt es einen Punkt, für ein Unentschieden einen halben Punkt. Alle Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht: www.worldyouth2013.com teu