Weltcup-Sieg bringt keine Klarheit

Weltcup-Sieg bringt keine Klarheit

Die Weltcup-Absagen wegen der Ehec-Erkrankungen machen es noch schwerer, die Teams für die Ruder-WM zusammenzustellen. Richard Schmitt, Jost und Matthias Schömann-Finck wahrten in Hamburg ihre WM-Chancen.

Hamburg. Drei Weltcup-Siege und einen dritten Platz mit begrenzter Aussagekraft müssen die Trainer des Deutschen Ruderverbands (DRV) bewerten. Nach den Absagen von Briten, Franzosen und Niederländern, die am Wochenende beim zweiten der drei Cup-Veranstaltungen in Hamburg wegen der Ehec-Erkrankungen in Norddeutschland nicht mit von der Partie waren, kein leichtes Unterfangen.
Der Trierer Richard Schmidt bringt es auf den Punkt, wie der Sieg des Deutschlandachters ohne ihn angesichts der dezimierten Konkurrenz einzuschätzen ist: "Wenn sie verloren hätten, wäre das krass gewesen", sagt der 24-Jährige vom RV Treviris Trier. Von den Finalteilnehmern des Weltcup-Auftakts in München waren außer den Deutschen nur die Polen dabei. Insgesamt waren nur fünf Boote am Start. Die Vorläufe fielen aus.
Ähnlich erging es aber auch Schmidt, der von Bundestrainer Ralf Holtmeyer zusammen mit Kristof Wilke (Radolfzell), An-dreas Kuffner (Berlin) und Eric Johannesen (Hamburg) in den Vierer ohne Steuermann gesetzt wurde. Das Quartett siegte auf der olympischen 2000-Meter-Strecke in 5:56,54 Minuten vor Neuseeland (5:57,97). Doch München-Sieger Großbritannien und der Zweite aus Griechenland waren nicht mit dabei. Schmidt ist aber zufrieden. "Es war ein gutes Viererrennen. Die Neuseeländer sind nicht zu unterschätzen", sagt er und ist zuversichtlich, falls er bei der WM nicht im Achter sitzen sollte: "Wir können auch im Vierer vorne mitrudern. Nicht nur um die Medaillen, um Gold."
Noch nicht an WM-Medaillen denken dagegen Jost und Matthias Schömann-Finck. Die beiden Brüder aus Zeltingen-Rachtig belegten im Leichtgewichts-Vierer (Durchschnittsgewicht der Besatzung: maximal 70 Kilogramm) gemeinsam mit Jochen und Martin Kühner (Saarbrücken) den dritten Platz. Olympiasieger Dänemark und China waren schneller. "Wir standen wieder mal auf dem Treppchen. Wir sind wieder konkurrenzfähig", sagt Matthias Schömann-Finck, der in München mit seinem Bruder noch im Zweier saß. Ob sie beim Weltcup-Finale in Luzern (8. bis 11. Juli) wieder im olympischen Leichtgewichtsboot (dem Vierer) dabei sind, ist allerdings noch ungewiss.teu
Die Nation mit der weitesten Anreise stahl den Hausherren beim Weltcup in Hamburg mit fünf ersten Plätzen die Show. Für Deutschland siegten außer dem Achter und Vierer nur noch der Frauen-Doppelvierer und -Achter. teu