Zehn Chancen ersprintet

Im September könnte ein Kleinbus mit Nachwuchssportlern aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich nach Berlin aufbrechen. Beim Qualifikationswettkampf zum Talentwettbewerb "Deutschland sucht den Supersprinter" schafften zehn junge Läufer aus dem Kreis den Sprung weit nach vorne in der nationalen Rangliste.

Bernkastel-Kues. Neun Bahnen hat die Sprintgerade des Berliner Olympiastadions. Das bedeutet neun Chancen für Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1999 und 2000, am 2. September in Berlin beim einzigen deutschen Weltklasse-Sportfest, dem Istaf, dabei zu sein. Kein einfaches Unterfangen. Weil drei Startplätze anderweitig vergeben werden, müssen die 12- und 13-Jährigen eine der sechs besten Zeiten über 30 Meter ihres Geburtsjahrgangs erzielen.
Einer der Qualifikationswettkämpfe, der einzige in Rheinland-Pfalz, wurde vom SFG Bernkastel-Kues organisiert. Die Teilnehmer reisten aus der gesamten Region, dem Westerwald und aus Mainz an. Vier Nachwuchssprinter aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich stehen seitdem zumindest vorläufig auf der Istaf-Startliste.
Nico Kappes vom PSV Wengerohr (PW) kann sich sogar große Chancen auf einen Start im Olympia-Stadion ausrechnen. Der Zwölfjährige erzielte in 3,78 Sekunden nämlich die Jahresbestzeit. Auch Maximilian Fuchs vom Wittlicher TV (WTV) darf als Fünfter in 3,97 Sekunden ebenso hoffen, wie Peter Ehlen vom SFG Bernkastel-Kues (3,98) als Sechstplatzierter. Bei den Mädchen erzielte die ebenfalls zwölfjährige Stella Müller vom Wittlicher Athletic-Team mit 3,84 Sekunden die beste Zeit der Teilnehmer aus dem Kreis und belegt zurzeit den dritten Platz in der nationalen Rangliste.
Schnelligkeit überall gefragt


Bei den Zehn- und Elfjährigen, die ihr Deutschland-Finale am Tag vor dem Istaf austragen, stehen nach dem Lauf gegen die Uhr am Bernkasteler Gestade sechs Nachwuchssportler auf einem der hier sieben Qualifikationsplätzen: Jana Schuh (WTV/5. W10/4,37), Sophie Berg (SFG/6. W10/4,37), Constantin Fuchs (WTV/2. M10/4,24), Max Laukart (PW/3. M10/4,24), Sven Anton (7. M10/4,44) und Marvin Schwind (4. M11/4,23/beide SFG).
"Schnelligkeit wird für alle Sportarten gebraucht", betonte Winfried Dreger. Als einleuchtendes Beispiel nannte der Vorsitzende der Deutschen Talent-Förderung Julia Fischer. Die 22-Jährige gewann vor zehn Jahren den Talentwettbewerb. Im vergangenen Jahr wurde sie U-23-Europameisterin und ist nun für die Olympischen Spiele in London qualifiziert - im Diskuswurf.

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